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eBay Newsletter Spam

erschienen in der Kategorie Alltag, am 30.04.2013
Schnatterente
eBay ist schon lange kein Auktionshaus mehr, bei dem vorwiegend private Anbieter ihren gebrauchten Plunder versteigern. Die gewerblichen Händler ("Powerseller") haben den Online-Marktplatz schon seit Langem im Griff. Und da es leider in der Natur vieler Händler liegt, Adressdaten zu sammeln und diese für Werbung zu verwenden, bekommt man, wenn man häufig etwas über eBay kauft, bald sehr viele Werbemails.

Mir persönlich geht das ziemlich auf die Nerven, trotz der Tatsache, dass ich schon vor Jahren eine eigene E-Mail-Adresse für eBay angelegt habe. Daher habe ich mir die Frage gestellt, wie die Rechtslage aussieht und ob man etwas dagegen tun kann.

Rechtslage laut Bundesdatenschutzgesetz

Das Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) schränkt ein, inwieweit geworben werden darf. Laut dem Gesetzestext dürfen Händler auch dann Werbung an ihre Kunden schicken, wenn von deren Seite keine ausdrückliche Zustimmung vorliegt.

Durch den Kauf von Waren kommt ein rechtsgeschäftliches Schuldverhältnis, und folglich ein Kundenverhältnis zustande. Auf dieser Grundlage ist den Händlern das Werben erlaubt. Eine Weitergabe von Adressdaten an Partnerfirmen oder sonstige dritte Parteien ist aber nicht zulässig. Außerdem darf keine Werbung an Kunden versendet werden, die dem ausdrücklich widersprochen haben.

Im Detail müssen sich die Verkäufer bei jeder Werbe-E-Mail an folgende Vorgaben halten:
  • Es darf nur Werbung an E-Mail-Adressen verschickt werden, die im Zusammenhang mit dem Verkauf einer Ware oder einer Dienstleistung erhoben wurden.
  • Es darf nur für eigene ähnliche Produkte und Dienstleistungen geworben werden.
  • Es darf nur dann geworben werden, wenn der Kunde der Verwendung der E-Mail-Adresse für Werbezwecke nicht widersprochen hat.
  • In jeder E-Mail muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass der Kunde jederzeit Widerspruch gegen das Versenden von Werbung an seine E-Mail-Adresse einlegen kann.

Die meisten Händler tragen Neukunden in ihre Mailingliste ein. Da diese Mails in der Regel einen Link enthalten, mit dem man den Newsletter wieder abbestellen kann, bewegen sie sich noch im rechtlich sicheren Rahmen.

eBay und PayPal

Mich interessierte noch, ob die eBay AGBs vielleicht irgendeine Klausel enthalten, die es den Händlern verbietet, die Adressdaten für Werbung zu nutzen. Daher nahm ich mit eBay Kontakt auf und fragte nach. Man gab sich sehr überrascht. Meinem Ansprechpartner war unklar, woher ein Händler überhaupt die E-Mail-Adresse bekommen haben könnte, denn seit einigen Monaten gibt eBay diese gar nicht mehr weiter. Es findet lediglich eine Übermittlung der normalen Postanschrift statt, da diese ja für die Zustellung der Ware gebraucht wird. Der Austausch von E-Mail-Adressen ist nicht vorgesehen und wird teilweise sogar mit technischen Mitteln unterbunden, wenn man die E-Mail-Adresse über das interne Nachrichtensystem mitteilen will.

Dann wurde aber doch klar, woher die Händler die Adresse haben. PayPal nutzt E-Mail-Adressen zur Identifikation. Bei manchen eBay-Händlern kann man nur über diesen Service bezahlen und somit erfahren die Verkäufer die im Bezahlsystem angegebene E-Mail-Adresse. eBay betrachtete sich in diesem Fall also als nicht zuständig und verwies mich zu PayPal.

Bei PayPal erfuhr ich, dass man sehr stolz darauf ist, einen Service zu betreiben, über den man bezahlen kann und bei dem dafür nur die E-Mail-Adresse herausgegeben wird. Eine weitere Information ist zur Zahlung von Waren nicht nötig. Somit ist PayPal, laut eigener Sicht der Dinge, ein super Bezahlsystem, mit dem man fast anonym Rechnungen begleichen kann.

Na wie toll ist das denn? Bei eBay bekommt der Händler nur die Anschrift und bei PayPal, das man braucht, um die bei eBay gekauften Waren zu bezahlen, bekommt er nur die E-Mail-Adresse. In Anbetracht der Tatsache, dass PayPal überwiegend für eBay Transaktionen genutzt wird, ist dieses System schon wirklich gut durchdacht. D'oh!

In den Nutzungsbedingungen von PayPal steht somit natürlich auch nirgendswo drin, dass die Adressdaten nicht weiter genutzt werden dürfen. "Dies könne man ohnehin nicht verhindern", wurde mir telefonisch erklärt. Folglich gibt es also weder bei eBay, noch bei PayPal eine Möglichkeit, die spammenden Händler zu packen. Alle verstehen das Problem, keiner ist zuständig und vermutlich finden das auch alle insgeheim gar nicht so schlecht, denn immerhin sorgen die verschickten Newsletter sicher dafür, dass der eine oder andere Kunde den einen oder anderen Artikel mehr bei eBay einkauft.

Fazit

Zusammenfassend kann man also sagen, dass man gegen die Werbung recht wenig tun kann. Am besten man legt sich für eBay und PayPal eine eigene E-Mail-Adresse an, die man sonst für nichts anderes benutzt. Sobald Werbung von einem Händler reinkommt, sollte man diese abbestellen. Wenn die betreffende E-Mail keinen Link und keine diesbezügliche Information enthält, ist das ein Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz und man kann den Händler beim Landesdatenschutz jenes Bundeslandes melden, indem er sich befindet.

Wenn man verhindern will, dass die eigene E-Mail-Adresse überhaupt bis zum Händler kommt, muss man sich nach Auktionen umsehen, bei denen eine Zahlung per Überweisung erlaubt ist. Allerdings hat man dann auch ein höheres Risiko bei der Zahlungsabwicklung.

Wer Werbefirmen und Spammern im Allgemeinen (also unabhängig von der eBay- und PayPal-Problematik) Paroli bieten will, dem seien noch die Robinsonliste und dieser schöne Brief ans Herz gelegt.

Geschnatter

2 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
E.K., am 02.12.2015 um 04:20 Uhr
Leider nicht korrekt wiedergegeben.

Am Anfang wird mit Hinweis auf die Landesdatenschützer in Niedersachsen folgende FALSCHE Behauptung aufgestellt:

...In jeder E-Mail muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass der Kunde jederzeit Widerspruch gegen das Versenden von Werbung an seine E-Mail-Adresse einlegen kann...

Ganz so wie es eben der §7 Abs.3 des UWG ausführt.. Aber halt!

Da steht eigentlich:
"der Kunde bei Erhebung der Adresse und bei jeder Verwendung klar und deutlich darauf hingewiesen wird, dass er der Verwendung jederzeit widersprechen kann, ohne dass hierfür andere als die Übermittlungskosten nach den Basistarifen entstehen."

"Bei der Erhebung", also wenn die Daten erfasst werden muß der kunde schon darauf hingewiesen werden, das man vorhat, im Werbedreck unterzujubeln!

Wenn der erste Newsletter aus der Mailingliste eintrudelt und der händler kann den nachweis der "willentlichen und bewussten" einwilligung für diesen Dreck nicht nachweisen (der Händler ist nachweispflichtig) dann kann jedermann (also auch der Private) selbst oder per Anwalt ein kostenbewehrtes Unterlassungsversprechen anbieten.

Das ist schon ein gehöriger Unterschied zu dem, was hier behauptet wird...

Jens, am 03.12.2015 um 23:15 Uhr
@E.K.: Es ist nicht falsch was da steht.
Was du anführst, ist ebenfalls richtig. Es ist aber eine andere (weitere) Regelung.

Beide Aussagen stimmen. Der Datenverwerter muss beim Erfassen der Daten darauf hinweisen, dass er sie für Werbung nutzen will und er muss in jeder Werbe-Email auf die Möglichkeit der Abmeldung hinweisen.

Gruß
Jens