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Hat es sich bald ausgemaklert?

erschienen in der Kategorie Alltag, am 20.03.2014
Schnatterente
Manchmal (aber nur manchmal) machen Politiker doch tatsächlich etwas richtig.

Wenn der neue Gesetzentwurf zur Mietpreisbremse wirklich durchgewunken wird, wäre das doch mal eine wirklich schöne und vor allem faire Sache.

Der von Heiko Maas (SPD) vorgestellte Entwurf sieht neben einigen Dämpfungsfaktoren für Mietpreise auch vor, dass Makler zukünftig von der Person bezahlt werden sollen, die sie beauftragt hat. Zumeist sind das ja die Vermieter, die sich zurzeit noch darüber freuen, dass jemand ihre Wohnung für lau vermittelt und sie sich dann nur noch die schönste Selbstauskunft raussuchen müssen.

Die Kosten für diesen Service trägt aktuell der Mieter. In der Regel nehmen die Makler satte 2,38 Monatsmieten dafür, dass sie einem 15 Minuten lang die Wohnung zeigen. Wenn man Glück hat, kommt der Makler zu spät und man wird gemeinsam mit zehn anderen Interessenten herumgeführt. Als neuer Mieter tut es einem schon in der Seele weh, jemandem einfach so, so viel Geld zu geben - man selbst hat ja nicht viel von dem, was der Makler so tut.

Eine Ausnahme bilden natürlich Makler, die man direkt mit der Wohnungssuche beauftragt. Doch diese nimmt ja kaum jemand in Anspruch. Die meisten Leute suchen über Zeitschriften und Online-Immobilenportale nach passendem Wohnraum und geraten dann an die Person, die der Vermieter mit der Vermittlung seines Objektes beauftragt hat.

Letzten Endes führt kein Weg am Makler vorbei und der Fakt, dass der Mieter für die Leistung blechen muss, obwohl er sie nicht in Auftrag gegeben hat, sorgt dafür, dass der Makler unterm Strich abkassieren kann, was ihm beliebt. Für eine gute Wohnung wird sich immer jemand finden, der bereit ist, einen hohen Preis zu bezahlen.

Die Opfer dieses Systems sind Wenig- und Mittelverdiener und vor allem auch junge Leute, die eine Ausbildung oder ein Studium absolvieren und noch kein regelmäßiges Einkommen haben.

Man kann nur hoffen, dass der Gesetzentwurf zu geltendem Recht wird. Dann bekommen diejenigen die Rechnung, die den Makler auch haben wollten. Somit entsteht auch ein viel ausgeprägterer Wettbewerb unter den Maklern. Einige werden ihre Preise und auch ihre Dienstleistungen überdenken und vielleicht führt die Kostenumverteilung auch dazu, dass sich ein paar Vermieter dafür entscheiden, einfach ganz auf den Makler zu verzichten. In vielen Fällen würde dies die Kommunikation ohnehin erheblich erleichtern.

Geschnatter

2 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Fisch, am 21.03.2014 um 10:20 Uhr
Naja, ein wenig mehr als die 15 min müssen Makler schon arbeiten, wie kommen den die Wohnungen in die Zeitschriften oder Online-Portale rein. Wer trägt die Kosten für die Anzeigen?
Das rechtfertigt natürlich nicht den 2,38 Mietpreis...
Ich finde es jedenfalls richtig, wenn der Vermieter den Preis zahlen soll.
Ob das aber letztendlich für den Mieter günstiger wird, weiß ich nicht, dann gehen halt die Mieten hoch.
Karsten, am 21.03.2014 um 11:56 Uhr
"Naja, ein wenig mehr als die 15 min müssen Makler schon arbeiten, wie kommen den die Wohnungen in die Zeitschriften oder Online-Portale rein. Wer trägt die Kosten für die Anzeigen? "

Ich glaube das hat der Autor schon verstanden (s.o. "man selbst hat ja nicht viel von dem, was der Makler so tut.") Aber von den sonstigen Leistungen profitiert der Mieter ja nicht direkt, nur der Vermieter.

Und 2,38 Mieten sind eindeutig zu hoch. Ist ja nicht so dass man ewig studieren müsste am Makler zu werden.