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Kommentar zur Fußball WM: 300.000 Euro für jeden Spieler

erschienen in der Kategorie Alltag, am 16.07.2014
Schnatterente
Die Fußball-WM ist vorbei und aus deutscher Sicht hätte es gar nicht besser laufen können. Nach 24 Jahren sind wir* endlich wieder Weltmeister. Toll.

Während das Thema WM für die meisten nun langsam abgehakt ist, beginnt für die beteiligten Spieler und auch für die Sponsoren aber erst der richtige Spaß. Es regnet Geld.

So bekommen die Nationalspieler für den Titel eine Prämie von 300.000 Euro pro Kopf ausgezahlt, eine Summe, für die der deutsche Durchschnittsverdiener 10 Jahre lang arbeiten muss.

Wären sie nicht so weit gekommen, hätte es auch weniger Geld gegeben:
  • WM-Qualifikation bei 10/10 Nominierungen: 200.000 € (20.000 € pro Nominierung)
  • Einzug ins Viertelfinale: 50.000 €
  • Einzug ins Halbfinale: 100.000 €
  • Einzug ins Finale 150.000 €
  • Titelgewinn: 300.000 €


In Anbetracht dieser Zahlen kann man aber auch irgendwie verstehen, dass es einige Deutsche gut gefunden hätten, wenn die Mannschaft in der Vorrunde rausgeflogen wäre.
Wenn man betrachtet, was ein Feuerwehrmann, eine Krankenschwester oder ein Altenpfleger verdient und welchen Mehrwert diese Berufsgruppen, verglichen mit Sportlern, für die Gesellschaft bringen, kann man eigentlich nur noch die Frage nach der Verhältnismäßigkeit stellen.

Die Spieler bekommen Ruhm und Anerkennung. Ein ganzes Land feiert sie und jubelt ihnen zu. Eigentlich müsste das doch Motivation genug sein, die WM zu gewinnen - Millionen haben sie ja ohnehin schon auf ihren Konten. Doch so läuft das eben nicht und die Fußballprofis können sich sicher sein, dass da noch einige richtig dicke Werbeverträge auf sie warten.

Gar nicht auszudenken, wie sinnvoll dieses Geld genutzt werden könnte, wenn man es in die Fußball-Nachwuchsförderung, soziale Projekte oder in Form von Spenden investieren würde.

Bei den Sponsoren klingeln die Kassen unterdessen auch ordentlich. Die erste Charge der neuen WM-Trikots (mit den vier Sternen auf der Brust) ist bereits ausverkauft und Adidas ist fleißig am Nachproduzieren. Die Lufthansa hat es mit ihrem "Siegerflieger" und dem gestrigen Tiefflug über die Berliner Fanmeile in sämtliche Medien geschafft und auch Mercedes Benz kriegt sein Stück vom Kuchen ab - glücklicherweise ist das eigene Logo ja ein Stern, wie passend.

Die Fußball-WM hat den überwiegenden Teil der Deutschen in ihren Bann gezogen und mitgerissen. Dagegen ist auch nichts zu sagen. Wenn man hinter die Kulissen schaut, gewinnt man aber den Eindruck, dass es eigentlich nur um Geld geht. Und dies führt dazu, dass es immer auch Verlierer, Ungerechtigkeit und Korruption gibt. Leider ist das wohl systeminhärent.



*: Ist euch mal aufgefallen, dass es immer "wir" heißt, wenn die Mannschaft gewinnt, aber schnell zu "die" umschlägt, wenn sie ein Spiel verliert? ;-)

Geschnatter

2 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Karsten Knobl, am 16.07.2014 um 15:47 Uhr
Wahre Worte.
Anonym, am 16.07.2014 um 15:53 Uhr
mag ja sein das die überbezahlt sind aber für weniger würden die wahrscheinlich gar nicht kommen. man muss dabei ja auch sehen, was die sonst so in einer saison verdienen. ist eher mehr als weniger denk ich.