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Primark: eingenähte Hilferufe in der Kleidung

erschienen in der Kategorie Alltag, am 27.06.2014
Schnatterente
Vor einiger Zeit hatte ich hier mal über eine ZDF-Dokumentation berichtet, welche aufzeigte, mit welch perfiden Methoden die Billigmode-Kette Primark jährlich mehrere Milliarden Euro Umsatz erwirtschaftet.

Jetzt ist Primark schon wieder in den Medien. Und wie ihr euch sicher schon denken könnt, ist es keine Positivberichterstattung.

Stein des Anstoßes ist die Tatsache, dass Primark-Kunden weltweit immer mal wieder Zettel-Botschaften in ihrer neu erworbenen Kleidung finden. Dieses Phänomen ist nicht neu, aber derzeit häuft es sich, was dazu geführt hat, dass einige Medien nun darüber berichten.

Zumeist handelt es sich dabei um Hilferufe von Näherinnen, die auf die menschenunwürdigen Produktionsbedingungen des Konzerns aufmerksam machen. In Belfast tauchte kürzlich eine Nachricht auf, aus der hervorging, dass chinesische Gefangene "wie Ochsen" für Primark schuften müssten und dass ihnen Essen vorgesetzt würde, das "selbst für Tiere ungenießbar" sei. Auf dem Zettel stand drei Mal "SOS!" und ein Gefangenenausweis war auch noch dabei.

Wenn man so etwas liest, kann einem eigentlich nur schlecht werden, zumindest wenn man nicht gänzlich abgestumpft ist. Viele Modeketten produzieren Kleidung unter mehr als fragwürdigen Bedingungen. Primark hat jedoch eine Sonderstellung, da der Konzern sozusagen Kleidung zum Wegwerfen herstellt. Wer ein T-Shirt für zwei und eine Jeans für fünf Euro verkauft, kann nur überleben, wenn der Kunde möglichst oft wieder kommt. Diese Firmenphilosophie ist zwar ethisch und auch ökologisch fragwürdig, aber überaus profitabel.

Es bleibt schwer verständlich, wie derart viele Leute dieses Thema gänzlich ignorieren und bewusst beiseiteschieben, um dann für 60 Euro 20 Kleidungsstücke einkaufen zu gehen. Die Primark-Läden sind voll. Immer. Und all die Berichterstattung scheint daran nichts zu ändern. Das ist nicht nur schade, sondern auch traurig.

Primark hat übrigens angekündigt, die Vorfälle aufklären zu wollen. Das klingt in Anbetracht der Tatsachen allerdings ein bisschen nach einer Drohung an die eigenen Mitarbeiter.

Geschnatter

1 Kommentar, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Olaf Sörgel, am 28.06.2014 um 07:51 Uhr
Wieso, was willst Du, ist doch alles prima:
http://www.der-postillon.com/2014/06/entwarnung-primark-chef-findet-in.html
;-)