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Android-Alternative: Firefox-OS

ein Gastbeitrag von Bastian Ebert, erschienen in der Kategorie Android, am 18.09.2014
Schnatterente
Bei Smartphone-Betriebssystemen sind die Marktanteile derzeit ziemlich deutlich verteilt. Android-Handys kommen auf beachtliche 80 Prozent Marktanteil, Apple liegt 2014 bei etwa 15 Prozent und Windows Phones kommen auf 3,5 Prozent.

Es gibt neben den großen Betriebssystemen aber auch alternative Ansätze, die man nutzen kann. Beispielsweise hat Firefox mit dem Firefox OS ein eigenes Betriebssystem auf den Markt gebracht, mit dem man ebenso gut arbeiten kann wie mit Android- oder Apple-Systemen.

Firefox OS ist dabei eher auf kleinere Smartphones ausgerichtet und dafür konzipiert auch auf weniger leistungsstarken Geräten eine gute Performance zu bringen. Das Betriebssystem ist daher deutlich schlanker gehalten als iOS oder Android 4 und benötigt dementsprechend auch weniger Speicher. Während das Android 4.4.4 eines Nexus 5 schon bis zu 440 MB Speicherplatz beanspruchen kann, schlägt Firefox OS mit gerade einmal 120 MB zu buche.

Die verfügbaren Apps sind komplett kostenfrei und werden über den Firefox Browser auf das Handy geladen. Eine Appstore-Anwendung ist dafür nicht nötig.

Aktuell nur wenige Firefox OS Geräte auf dem Markt

Die Bekanntheit von Firefox OS ist allerdings noch recht gering und so findet man das Betriebssystem von Firefox derzeit nur auf wenigen Geräten.

Die Firefox OS-Smartphones sind in der Regel im unteren Preisbereich angesiedelt und bieten dementsprechend auch etwas leistungsschwächere Technik.

Ein aktuelles Gerät ist das "Alcatel One Touch Fire E", das unter anderem bei Congstar vertrieben wird. Die Leistungsdaten sind dabei eher wenig konkurrenzfähig, aber das Preis-/Leistungsverhältnis stimmt:
  • 4,5 Zoll IPD Display mit 960 x 540 Pixel (16.000.000 Farben)
  • Dual Core 1,2 GHz CPU
  • 512 MB RAM
  • 4 GB interner Speicher (um maximal 32 GB erweiterbar)
  • 5 Megapixel Kamera
  • 1700mAh Akku

Im Vergleich mit den aktuellen Spitzenmodellen anderer Hersteller sind das eher bescheidene Werte, aber dafür nutzt das Fire E ein freies und alternatives Betriebssystem und kostet deutlich weniger als die aktuellen Spitzenhandys. Bei Congstar bekommt man es in Verbindung mit der Congstar-Prepaidkarte (mehr dazu hier) oder einem anderen Handytarif für rund 130 Euro.



Der vergleichsweise niedrige Preis zeigt die Vorteile von Firefox OS. Viele aktuelle Smartphone-Betriebssysteme würden auf Hardware dieser Leistungsklasse nur wenig Spaß machen, wenn sie denn überhaupt lauffähig wären.

Mit dem schlanken Firefox OS ist hingegen auch dieses Gerät schnell und gut zu bedienen. Außerdem entstehen keine zusätzlichen Kosten für die Lizenzierung des Betriebssystems, wodurch der Gesamtpreis des Gerätes niedrig gehalten werden kann. Zum Vergleich: Microsoft bekommt 24 Euro Lizenzgebühren für jedes verkaufte Windows Phone - Kosten, die natürlich der Käufer trägt.

Einen Überblick über weitere und natürlich auch leistungsstärkere Firefox OS Geräte gibt es direkt bei Mozilla. Leider sind aber nicht alle diese Geräte in Deutschland erhältlich.

Wie stehen die Chancen für Firefox OS?

Die Marktchancen des Firefox-Betriebssystems stehen und fallen mit der angebotenen Hardware. Nur die wenigsten Nutzer werden das System selbst auf ihrem Smartphone installieren. Daher hängt der Verbreitungsgrad direkt von der Unterstützung der Hersteller ab.

Je mehr Geräte mit vorinstalliertem Firefox OS angeboten werden, desto höher dürfte auch der Verbreitungsgrad werden. Das trifft vor allem zu, wenn es zukünftig auch Geräte geben sollte, die nicht nur für Einsteiger und Bastler interessant sind. Bisher scheuen sich viele Hersteller aber noch, das Betriebssystem in höherwertigen Geräten einzusetzen. Vielleicht ändert sich das, wenn das System etwas mehr Verbreitung erfahren hat.

Die aktuelle Vermarktungspolitik könnte aber auch darauf hinauslaufen, das System als Billig-OS in den Köpfen der Nutzer zu verankern. Dies wäre in der aktuellen Situation, in der die Nutzer immer stärker zu High-End Smartphones greifen, eher kontraproduktiv.

So fristen derzeit die Firefox OS Systeme auf dem deutschen Markt noch ein Nischendasein. Ob sich das ändern wird, kann nur die Zukunft zeigen.
Danke an Bastian Ebert, der diesen Beitrag verfasst hat.

Geschnatter

2 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Anonym, am 18.09.2014 um 13:57 Uhr
Das Alcatel One Touch Fire E hat laut Mozilla-Homepage und Alcatel-Homepage 4GB ROM, laut Congstar-Homepage 2 GB ROM, im Artikel sind jedoch 32 GB erwähnt. Welche Angabe stimmt denn nun? :)
Antwort: 4 GB scheinen zu stimmen. Danke für den Hinweis, hab das korrigiert.
Anonym, am 18.09.2014 um 14:04 Uhr
Kein Problem, danke für den Artikel!
Antwort: Gern. Nur nebenbei: interner Speicher ist nicht zwingend das gleiche wie ein "ROM" (Read-Only Memory). Der ROM wäre in dem Kontext eher der Speicher, in dem das Handybetriebssystem liegt und auf den du als Nutzer (in der Regel) keinen schreibenden Zugriff hast.