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Fairphone: Telefonieren ohne schlechtes Gewissen

erschienen in der Kategorie Android, am 02.06.2013
Schnatterente
Wer sich ein Smartphone von einem großen und bekannten Hersteller kauft, investiert in der Regel Geld in unfaire Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und einen verantwortungslosen Umgang mit der Natur.

Mit dem Fairphone soll sich dies ändern.

Fairphone: das erste Fair-Trade Smartphone Das Fairphone soll das erste fair produzierte Smartphone der Welt sein. Vorangetrieben wurde das Projekt vor allem von Entwicklern aus den Niederlanden. Bei der Produktion des Fairphones kommen nur Materialien aus (laut der OECD) unbedenklichen Minen zum Einsatz (Zinn und Coltan). Auch alle an der Entwicklung und Produktion beteiligten Mitarbeiter werden fair bezahlt und ihrer Gesundheit wird nicht geschadet.

Die technischen Daten des Fairphones

Wer nun davon ausgeht, dass das Smartphone folglich nicht konkurrenzfähig oder maßlos überteuert sind wird, liegt falsch. Hier einige Key-Facts zur Ausstattung des fairen Smartphones:
  • Kostenpunkt: 325 Euro
  • Betriebssystem: Android 4.2 Jelly Bean (ab Werk gerootet). Alternativ kann Firefox OS oder Ubuntu installiert werden.
  • SIM Karten: das Handy kann mit bis zu zwei SIM-Karten betrieben werden (Dual-SIM fähig)
  • Display: 4,3" Display mit einer Auflösung von 960 x 540 Pixel
  • Display Glas: Zum Einsatz kommt das sogenannte, speziell gehärtete "Dragon­trail Glass" (Hersteller Asahi), das ähnlich dem von anderen Herstellern bekannten "Gorilla Glass" kratzerfest sein soll.
  • Prozessor und RAM: Als CPU kommt ein MediaTek MTK6589M Quadcore Prozessor mit einer Taktfrequenz von 1,2 GHz zum Einsatz. Das Telefon verfügt über 1 GB Arbeitsspeicher.
  • Grafik: Die GPU nennt sich SGX544MP und kommt von PowerVR Technologies (die stellen u.a. auch die Grafikchips für iPhones her).
  • Speicher: Das Fair-Trade-Smartphone hat 16 Gigabyte internen Speicher, der mittels Micro-SD-Karte noch mal um 32 Gigabyte erweitert werden kann.
  • Kameras: Die Hauptkamera schießt 8 Megapixel Fotos (3264 x 2448), die vorderseitige Linse schafft 1,3 Megapixel (1280 x 1024). Die Hauptkamera verfügt über eine LED-Leuchte zum Fotografieren bei Dunkelheit sowie eine Autofokus- und eine Serienbild-Funktion. Videos können in 720p HD Qualität bei 30 fps aufgenommen werden.
  • GPS Empfänger: vorhanden
  • Kopfhöreranschluss: 3,5mm Klinke
  • UKW Radio Funktion: ja
  • Gyroskop: vorhanden (wird zur Positions- und Neigungserkennung genutzt)
  • Akku: 2.000 mAh Li-Ion Akku
  • Maße und Gewicht: 123 x 64,5 x 9,8 mm, 165 Gramm
  • Funkfrequenzen: WLAN, Bluetooth, UMTS (850, 900, 2100 MHz) und GSM (850, 900, 1.800, 1.900 MHz).
  • SAR Wert: 0,32 W/kg (das ist ein recht niedriger und somit guter SAR-Wert)

Der für diese Ausstattung und die fairen Arbeitsbedingungen doch recht moderate Preis kommt vor allem deshalb zustande, weil die Gewinnspanne des niederländischen Herstellers wesentlich niedriger ausfällt als die der großen Konkurrenz.

Nachhaltigkeit über die Produktion hinaus

Nachhaltigkeit verspricht nicht nur die Produktion des Fairphones. Das Gerät wurde so entwickelt, dass es sich besonders einfach und kostengünstig reparieren lassen soll. Außerdem sieht der Hersteller eigene Konzepte für die Weiterentwicklung sowie das Recycling ausgedienter Fairphones vor.

Jetzt bestellen!

Damit das Fairphone in die Massenproduktion gehen kann, werden 5.000 Bestellungen benötigt. Die Vorbestellungsphase läuft noch bis zum 14. Juni. Bisher wurden schon über 4.100 Fairphones bestellt, das Ziel ist also in greifbare Nähe gerückt.

Wenn die 5.000 Bestellungen erreicht werden, geht das Fairphone in die Produktion und wird im Herbst (voraussichtlich im September) ausgeliefert. Die Lieferung wird in einem kleinen, unspektakulären aber umweltfreundlichen Karton, ohne Ladegerät erfolgen (wer noch kein Micro-USB-Ladegerät besitzt, kann es aber für 7,50 Euro mitbestellen).



Aus meiner Sicht ist dies ein wirklich tolles Projekt. Wer also ohnehin vorhat, sich ein (neues) Smartphone zuzulegen, dem sei das Fairphone ans Herz gelegt. Man kauft hier mit gutem Gewissen ein leistungsstarkes Dual-SIM-Smartphone.

Als Fairphone Besitzer wird man sicher ab und an von Leuten darauf angesprochen, was das denn für ein Handy sei. Somit wird man selbst zum Vorbild und kann andere auf die Problematik der Produktionsbedingungen in der Elektronikindustrie aufmerksam machen. Dieses Projekt hat das Potenzial die richtigen Signale auszusenden und somit auch Einfluss auf andere Hersteller zu nehmen.

Hier kann man das Fairphone bestellen. Die 325 Euro können via PayPal bezahlt werden.

Geschnatter

8 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/2 > >>
Ulf, am 02.06.2013 um 13:40 Uhr
Wer sagt denn das diese Signale "richtig" sind? Es ist ja nicht so das die Arbeiter von Samsung, Apple, HTC usw hungern müssten.

Ein überflüssiges, sinnlos idealistisches Projekt...
Antwort: Seh ich anders.
Hannes, am 02.06.2013 um 14:11 Uhr
@Ulf:
Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal *eine nicht so freundliche Aufforderung bitte Nichts mehr zu sagen, wurde hier entfernt*.
Anonym, am 02.06.2013 um 18:59 Uhr
hat das ding auch nennenswerte nachteile?
Antwort: Es kann kein LTE. Allerdings ist HSPA meiner Ansicht nach für Unterwegs auch schnell genug.
Anonym, am 03.06.2013 um 12:34 Uhr
was für den Ulf:
https://facebook.com/note.php?note_id=574093499298048
Tim, am 08.06.2013 um 10:53 Uhr
Hab mir eins bestellt :)
dunga, am 24.11.2013 um 01:21 Uhr
@Ulf:
stell dir vor nicht in der durch Nazi-Gold und Ami-Hilfe wieder belebtes Deutschland geboren zu sein, sondern in den tiefen Chinas oder des Vietnam.
da siehst du ob deine Ignoranz oder das obige Smartphone überflüssig ist.

und nichts idealistisches kann sinnlos sein. und als idealist trotz dich gebe ich die Hoffnung an Mensch nicht auf.

geschweige davon, dass es kein Idealismus ist, was du als solches nennst. das ist möglich und machbar. insbesondere wenn diejenige wie du tut was ihr am wenigsten tun könnt.
Reik, am 18.02.2014 um 13:39 Uhr
Hat jemand Erfahrungen mit dem Fairphone - inzwischen gibt es ja welche?