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Smartphone: zerkratztes Kameraglas reparieren

erschienen in der Kategorie Android, am 12.08.2015
Schnatterente
Auf meinem Reparaturtisch lag kürzlich ein Smartphone aus dem Hause LG.
Was kaputt war? Eigentlich gar nichts. Das Gerät wurde immer pfleglich behandelt, hatte eine Displayschutzfolie drauf, und da sowohl die Vorder- als auch die Rückseite verglast waren, gab es so gut wie keine Kratzer. Mit einer Ausnahme, der Kamera!

Ich kann nicht nachvollziehen, was sich die Entwicklungsabteilung von LG da beim Produktdesign gedacht hat. Man verglast das komplette Handy, aber dort wo es drauf ankommt, bei der Abdeckung der Kameralinse, macht man irgendeine weiche, kratzeranfällige Plastik drauf?
In Anbetracht der Tatsache, dass man auch noch groß (und stolz) "13 Megapixel" neben die Linse schreibt (auch wenn inzwischen jeder Amateurfotograf weiß, dass das nichts über die Bildqualität aussagt), wirkt diese Entscheidung noch perfider.

Naja, ich muss ja nicht alles verstehen. Vielleicht hat da jemand einfach nicht richtig mitgedacht oder es läuft halt doch unter dem Stichwort "geplante Obsoleszenz" – ich will LG da nichts unterstellen. In jedem Fall war die Kameraabdeckung so zerkratzt, dass man mit dem Gerät kein ordentliches Foto mehr machen konnte. Es waren keine tiefen Kratzer, dafür aber so viele kleine, über die gesamte Fläche verteilt, dass alle Bilder so aussahen, als hätte es jemand in Photoshop mit dem Weichzeichnungsregler dezent übertrieben.

Zerkratzte Plastik reparieren

Im Netz fand ich ein Forum, in dem jemand das gleiche Problem löste, indem er sein Telefon zerlegte, die Plastikabdeckung entfernte und ein, aus einer klaren CD-Hülle herausgeschnittenes, Ersatzteil einklebte. Diesem Lösungsansatz bin ich zwar nicht nachgegangen, ich fand die Idee aber so gut, dass ich sie hier zumindest mal am Rande erwähnen wollte.

Ich selbst hatte von einem früheren Versuch ein Handy-Display zu retten noch eine Tube Display-Politur von Displex da. Da die Smartphone-Kamera im besagten Zustand ohnehin kaum noch zu gebrauchen war, hatte ich nichts zu verlieren und habe einfach mal munter drauf los poliert.

Und sieh mal einer an, nach circa fünfzehn Minuten Rubbeln, hatte ich den relevanten Teil der Plastik auf Hochglanz gebracht. Da hat doch tatsächlich mal etwas beim ersten Versuch geklappt. :)

Ich habe es leider versäumt ein "Vorher-Foto" zu machen. Man sieht auf dem Bild aber noch die verkratzten Ränder, die ich beim Polieren nicht erreicht habe, weil sie mit abgeklebt waren – so sah vorher die komplette Abdeckung aus.
Nach der Politur mit Displex Display Polish

Mit dem Smartphone kann man jetzt wieder wunderbar Fotos machen.
Und Displex ist nach dieser Aktion in meinem Ansehen gestiegen, nachdem ich in der Vergangenheit damit doch oft gescheitert bin. Man muss halt Glück im Unglück haben, dass man eine Oberfläche erwischt, die sich damit gut polieren lässt ...

Geschnatter

9 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/2 > >>
Franz, am 12.08.2015 um 13:52 Uhr
e975 oder? Die sieht bei mir genauso aus - also so, wie bei dir vorher ...
Antwort: Ja genau, das "Optimus G". Dann versuchs auch mal mit Displex. Und hinterher am besten in eine Smartphone-Tasche. ;)
Mart, am 12.08.2015 um 16:55 Uhr
Meine Erfahrung ist, dass Displex nur funktioniert, wenn es wirklich weiches Billigplastezeug ist. Schön dass es bei dir so gut funktioniert hat, aber im Grunde genommen spricht das doch gegen die Materialqualität. LG scheint da wirklich gespart zu haben.
Übrigens: Bei meinem Smartphone ist die Rückseite aus Plastik, aber die Kameraabdeckung aus Glas - so rum machts mehr Sinn!
Anonym, am 13.08.2015 um 10:42 Uhr
Hab das gleiche Optimus in weiß und ist auch zerkratzt.
Gotti, am 13.08.2015 um 13:40 Uhr
Hallo,

danke für den Hinweis. Hab das selbe nervige Problem mit dem LG E975..
Du schreibst was von abkleben. Kannst du das bitte etwas detailieren.
Mit was hast du poliert? Tuch? Oder ist bei der Polierpaste was dabei?
Antwort: Hallo,
auf der Displex-Tube steht drauf, man soll die umliegenden Flächen abkleben, damit sie keinen Schaden nehmen. Polieren soll man mit einem Baumwolltuch oder mit Watte.

Ich habe die umliegenden Flächen mit einem gut klebenden aber auch gut zu entfernenden Isolierband abgeklebt, bis hin zum Kamerarand, der ja ein bisschen übersteht und möglichst nicht mit wegpoliert werden sollte.

Zum Polieren habe ich es erst mit einem Stück Baumwollstoff probiert. Da die Arbeitsfläche aber doch eher klein ist und das nicht so besonders gut funktionierte, habe ich dann mit Wattestäbchen weitergemacht. Damit ging es auch recht gut, weil man zum einen mehr sieht (die eigenen Finger sind nicht im Weg) und zum anderen den Druck beim Polieren gut regulieren kann.

(Als ich fertig war, habe ich gesehen, dass es das Displex an einer Seite unter den Klebestreifen gedrückt hat - das hat sich dann dort gesammelt. Da habe ich entweder nicht sorgfältig genug abgeklebt oder bin beim Polieren zu oft an die Stelle gerutscht. Einen nennenswerten Schaden hat das aber nicht verursacht.)

Ansonsten war mein Eindruck, dass man mit dem Displex nicht sparen sollte. Da passt ohnehin nicht mehr als ein Tropfen auf die Fläche und wenn man den wegpoliert hat, einfach den nächsten drauf machen. Und das immer weiter, bis man die oberste, weiche Schicht der Plastik gänzlich wegpoliert hat. Darunter kommt dann Hochglanz zum Vorschein. :)
Anonym, am 26.08.2015 um 18:34 Uhr
Did it. Danke für die Anleitung, hat funktioniert!
André, am 12.10.2015 um 22:34 Uhr
Danke dafür, das hat mir sehr geholfen!
Anonym, am 28.10.2015 um 13:25 Uhr
Bekommt man Displex auch im Laden? Ich brauch es schnell.