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USB Tethering: unterwegs via Handy im Netz surfen

erschienen in der Kategorie Android, am 26.11.2012
Schnatterente
Schon seit Längerem spielte ich mit dem Gedanken, mir einen UMTS-Stick zuzulegen, um mit dem Laptop oder Netbook überall ins Internet zu kommen. Letzten Endes habe ich es immer gelassen, weil es mir dann doch zu teuer war.

Kürzlich habe ich ja meinen Handyvertrag gewechselt und in meinem neuen Tarif ist eine Flatrate für mobiles Surfen schon ohne weitere Aufpreise enthalten. Zwar wird die Verbindung nach dem Verbrauchen eines geringen monatlichen Datenvolumens sehr langsam (64Kbit/s), aber zum E-Mails abrufen reicht das vollkommen aus und auf Youtube und Co. kann ich im Zug wohlwollend verzichten.

Auf meinem kleinen Android-Einsteiger-Smartphone macht das Surfen und E-Mails schreiben allerdings nicht wirklich viel Spaß. Das Display ist klein, die CPU langsam, und selbst wenn dem nicht so wäre, hätte ich keine Lust, über einen längeren Zeitraum (mehr als 20 Minuten) auf dem Ding rumzutippen.

Also kam schnell die Frage auf, wie ich denn das ohnehin schon bezahlte, mobile Internet auf meinen Laptop kriege.

Meine erste Idee ging wieder in Richtung UMTS-Stick. Allerdings sind die Dinger auch ohne Vertrag nicht ganz billig und vor allem bräuchte man dafür eine zweite SIM-Karte, denn wenn ich jedes Mal, wenn ich Internet auf dem Laptop haben möchte, erst mein Handy zerlegen muss, werde ich vermutlich bald wahnsinnig und die kleinen Plastikhäkchen, die das Gehäuse meines Mobiltelefons zusammenhalten, würden das wohl auch nicht lange mitmachen. Auf der o2 Webseite erfuhr ich, dass o2 sogenannte Multicards anbietet. Man erhält mehrere SIM-Karten, die alle die gleiche Rufnummer haben. Leider kostet dieser Service monatlich um die 5 Euro und zusätzlich noch 30 Euro Einrichtungsgebühr. Nein, danke!

Beim Rumtippen in den Einstellungen meines Android-Gerätes stellte ich dann fest, dass dieses tatsächlich Tethering via USB und WLAN unterstützt. Tethering (dt. "anbinden") bedeutet, dass man die Internetverbindung des Smartphones für andere Geräte freigeben kann. Man kann entweder ein offenes oder WPA2-geschütztes WLAN Netzwerk aufmachen, zu dem sich Laptops verbinden können, oder einen Laptop via USB-Kabel mit dem Handy verbinden. Da ich die Internetverbindung nur über einen Laptop nutzen möchte, halte ich nur die zweite Variante für sinnvoll. Die mobile Internetverbindung des Handys zieht kräftig am Akku, das WLAN-Netz auch. Da ist die USB-Verbindung eindeutig die bessere Variante, zumal das Handy währenddessen vom Laptop geladen wird, also über eine externe Stromquelle verfügt.

Das Tethering lässt sich sehr leicht aktivieren und der Linux Networkmanager nimmt das Gerät ohne irgendwelche weiteren Einstellungen an und nutzt die vorhandene Internetverbindung automatisch. Getestet habe ich das Ganze unter Gentoo Linux und Fedora. Ich gehe mal davon aus, dass es unter Windows auch nicht allzu kompliziert ist, das Tethering einzurichten.

Wer seinen Linux Kernel selbst kompiliert, muss darauf achten, dass die folgenden Kernel Optionen aktiviert sind, damit das Tethering funktioniert:

General setup --->
[*] Prompt for development and/or incomplete code/drivers

Device Drivers --->
[*] Network device support --->
USB Network Adapters --->
[*] Multi-purpose USB Networking Framework
<M> CDC Ethernet support
<M> CDC EEM support
<M> Simple USB Network Links (CDC Ethernet subset)
<M> Host for RNDIS and ActiveSync devices
[*] Embedded ARM Linux links


Ich habe mir jetzt noch ein Micro-USB Kabel zugelegt (Kostenpunkt 1,49 Euro), das ich immer in der Seitentasche meines Rucksacks stecken haben. Somit muss ich mein Ladekabel nicht immer mit mir rumschleppen und laufe nicht Gefahr, es zu verlieren. Ich kann diese Variante der mobilen Internetnutzung nur jedem empfehlen. Man spart sich das Geld für einen Internet-Stick und das Handy hat man ja ohnehin immer dabei.

Geschnatter

2 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Anonym, am 26.11.2012 um 11:37 Uhr
kleine Ergänzung wegen Tethering unter Windows:

Unter Windows 7 geht es auch out of the box, unter Windows XP installiert sich der nötige Treiber von selbst über das Smartphone.
Tobias, am 26.11.2012 um 12:31 Uhr
Gute Idee. So wird das Android Smartphone zur preiswerten Alternative zum UMTS-Stick.

Ich hab mir aber schon einen USB-Internetstick gekauft. :(