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Tropical Islands: letzte Staffel des Dschungelcamps

erschienen in der Kategorie Satire, am 17.01.2016
Schnatterente
Das wird sicher viele RTL-Zuschauer ärgern: Gerade einmal einen Tag nach Beginn der neuen Staffel von "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" haben RTL und der Betreiber des Freizeitparks Tropical Islands bei Berlin bekannt gegeben, dass es sich bei der diesjährigen Sendereihe um die letzte Staffel der erfolgreichen Scripted-Reality-Sendung handeln wird.

Die Gründe dafür sind laut Pressesprecher des Unternehmens vor allem die hohen Produktionskosten und der enorme Aufwand, der betrieben werden muss, um das Tropical Islands so aussehen zu lassen, als wäre es der australische Dschungel. So hat es dem Team in den letzten Jahren beispielsweise enorme Schwierigkeiten gemacht, in der Halle starke Regenfälle und Überschwemmungen zu simulieren. Für einige "Dschungelprüfungen" mussten sogar die Kelleranlagen des Parks, welche sonst nur zur Wasserwiederaufbereitung dienen, umgebaut und mit Fallen und wilden Tieren versehen werden - "das alles kostet zig Millionen Euro", so der für das Format zuständige Sprecher der RTL-Gruppe, Norbert Iveau-Frei.

Tropical Islands bei Berlin
(Bild aus dem "Tropical Islands"-Freizeitpark bei Berlin)

Ein anderes Problem ist das Wiedereinsammeln der ausgesetzten, teils wilden Tiere: "Aus irgendeinem Grund hatten wir jedes Jahr den Eindruck, es wären nach den zweiwöchigen Aufzeichnungen mehr Schaben im Park unterwegs, als wir anfänglich ausgesetzt hatten. So beklagten sich in den Monaten nach der Produktion immer wieder Gäste des Tropical Islands, sie hätten Kakerlaken im Park gesehen oder wären im Pool von Quallen angegriffen wurden. Natürlich vermittelt der Betreiber seinen Kunden in solchen Fällen vertragsgemäß, dass das überhaupt nicht sein könne und entschädigt sie mit einem 15€-Essensgutschein. Aber manche Dinge sind schon schwierig zu erklären. Vor zwei Jahren fand ein Kind beim Spielen einen inzwischen schon recht gammligen Ziegenhoden und rannte damit schnurstracks zu seinen Eltern. Da waren wir ganz schön in Erklärungsnot, das kann ich Ihnen sagen", erzählt uns Iveau-Frei schmunzelnd.

Letzten Endes ist die Rechnung einfach. Zwar spült das Dschungelcamp dank hoher Einschaltquoten Millionen in RTLs Kassen, doch es ist zu teuer, aufwendig und manchmal auch gefährlich, es in Deutschland zu produzieren, Hubschrauberflüge und Fallschirmspringe in der alten Cargolifterhalle durchzuführen und dabei den Schein zu waren, die Sendung sei wirklich in Australien produziert worden.

Aus diesem Grund hat man sich entschieden, das Format "Ich bin ein Star, holt mich hier raus!" nach der aktuellen Staffel einzustellen. Auf die Nachfrage hin, ob es nicht ohnehin einfacher gewesen wäre, die Sendungen gleich im echten australischen Dschungel aufzuzeichnen, sagte uns Norbert Iveau-Frei zum Ende des Interviews: "Das ist ja absurd. Wissen Sie, was die Flüge dahin kosten?"


(erstmalig erschienen am 17.01.2015)

Geschnatter

8 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 2/2 > >>
Tobi, am 28.10.2016 um 21:01 Uhr
"Norbert Iveau-Frei" :D
Der Name ist nicht zufällig gewählt, oder? :D