Gefällt dir dieser Artikel?

Dropbox gibt Mailadressen weiter

erschienen in der Kategorie Software, am 28.03.2013
Schnatterente
Vermutlich ist das wenig überraschend und sicherlich steht irgendwo in den Nutzungsbedingungen, dass sie es dürfen, dennoch will ich hier mal explizit darauf hinweisen, dass der kostenlose Cloud-Speicher-Dienst Dropbox die E-Mail Adressen seiner Nutzer an Dritte weitergibt.

Ich begründe diese Aussage mit der Tatsache, dass ich in letzter Zeit vermehrt Werbung und Spam in einem E-Mail Account erhalte, den ich nur für die Anmeldung einer Dropbox erstellt habe und ansonsten in keiner Weise nutze.

Wer sich also eine Dropbox anlegen will, sollte dafür nicht gerade seine wichtigste, private Mailadresse verwenden.

Gründe gegen die Verwendung von Dropbox

Unabhängig davon, sollte man sich bei der Verwendung des Dropbox Online-Speichers über Folgendes im Klaren sein:
  • Alles was man in der Dropbox speichert, gibt man in die Hände eines US-amerikanischen Unternehmens. Somit gilt auch die US-Gesetzgebung, in der das Thema Datenschutz wesentlich kleiner geschrieben wird, als in Deutschland.
  • Dropboxen verfügen über ein Versions-Verwaltungssystem. Dies ist ein nettes Feature, das es dem Nutzer ermöglicht, auf jede irgendwann einmal gespeicherte Version einer Datei zuzugreifen, egal wie oft diese inzwischen wieder verändert wurde. Das ist eine wirklich praktische Angelegenheit, wenn man die letzten Veränderungen an einer Datei wieder verwerfen möchte. Allerdings bedeutet es natürlich auch, dass jede in die Dropbox hochgeladene Datei, in jedem zwischendurch gespeicherten Zustand, auf dem Server des Providers gespeichert bleibt. Auch das Löschen von Dateien führt nicht dazu, dass diese Daten von der Festplatte des Servers verschwinden (das Löschen kann man ebenfalls mit wenigen Klicks rückgängig machen).
  • In der Vergangenheit gab es immer Mal wieder (teils massive) Sicherheitsprobleme. So kam es beispielsweise vor, dass nach einem Software-Update auf dem Server des Providers, alle Dropboxen, für einen Zeitraum von fünf Stunden, ungeschützt für jedermann frei zugänglich waren.
  • Geheimdienste (wie das FBI) haben Zugriff auf die Inhalte der Dropboxen.


Man sollte weder Dropbox, noch all die anderen Cloud-Speicher- und -Software-Anbieter zu sehr verunglimpfen. Immerhin können sie vieles enorm vereinfachen und manches sogar schneller machen. Wichtige, private oder in irgendeiner Weise verfängliche Dokumente, sollte man aber besser nicht in einer Dropbox ablegen. Man würde sie ja auch nicht bei Facebook hochladen...

Alternative zu Dropbox

Wer eine Alternative zu Dropbox sucht, der kann sich mit dem "Own Cloud" Projekt seine eigene Cloud aufmachen. Zwar wird dafür ein Server benötigt, aber man ist unabhängig von den Machenschaften irgendwelcher Konzerne. OwnCloud Clients gibt es für Windows, Linux und MacOS.

Geschnatter

1 Kommentar, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Kiwibass, am 03.04.2013 um 16:42 Uhr
FACEBOOK ist kostenlos, DROPBOX ist kostenlos. Ebenso wie wahrscheinlich dutzende von weiteren "Datenwolken"-Anbietern und "sozialen Netzwerken".
KOSTENLOS! Das heißt FÜR UMME, meine Damen und Herren!!!
Und man muss sich noch nicht mal von irgendeiner Werbung tyrannisieren lassen - abgesehen von der jeweils anbietereigenen.
Man muss nicht besonders intelligent und/oder paranoid sein, um zumindest den mutmaßlichen Haken an der Sache zu erkennen.
Da der Sinn und die alleinige Existenzgrundlage eines jeden Unternehmens, hier "Provider" genannt, der Profit ist, stellt sich naturgemäß die Frage, auf welche Weise o.g. Provider überhaupt einen Profit erwirtschaften können. Immerhin werden dem Nutzer keine Gebühren abverlangt, und auch die Finanzierung durch Werbung scheidet oft aus (z.B. Bei DROPBOX).
Ebenso ist davon auszugehen, dass die betreffenden Provider keinerlei karitative Ambitionen hegen.
Es ist folglich naheliegend, dass das EIGENTLICHE Geschäft im Handel mit Nurzerdaten liegen muss. Hinzu kommt evtl. der eine oder andere Deal mit den Behörden/Geheimdiensten. Ich gehe sogar noch einen Schritt weiter:
es würde mich nicht wundern, wenn hinter "FACEBOOK" und ähnlichem sogar der US-Geheimdienst
höchstselbst steht!
Das würde übrigens auch das m.E. äusserst aggressive Marketing solcher Plattformen erklären: möglichst JEDER
soll gefälligst mitmachen und "dabei sein", möglichst JEDER soll die Hosen 'runter lassen.
Fest steht, dass irgend jemand von der ganzen Sache profitiert. Und der NUTZER(!) profitiert nur, wenn er peinlichst genau darauf achtet, was er der "Cloud" anvertraut. Ständige Vorsicht ist geboten!