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Gnome 2, Gnome Shell, Unity, KDE oder doch XFCE?

erschienen in der Kategorie Software, am 20.03.2012
Schnatterente
Seit mehreren Jahren arbeite ich vorwiegend mit Gnome 2, Compiz Fusion und dem AWN-Dock, unter Gentoo Linux. Ich habe mir die Oberfläche schön gemütlich eingerichtet und kann damit super arbeiten. Dank Compiz hat ist das Ganze optisch ansprechend und ich habe meine 4 Desktops gut im Blick. Auch Features, wie Zoom und Transparent empfinde ich als äußerst praktisch. Wabblige Fenster, die Abbrennen, wenn man sie minimiert, treiben meine Freundin zwar manchmal in den Wahnsinn, aber ich finde auch das irgendwie ganz schick. Das AWN-Dock nutze ich vorwiegend, weil es ein Terminal-Applet mit sich bringt. Dieses habe ich gleich vier mal zum Dock hinzugefügt, so dass ich immer vier Terminals parat habe, ohne dass sie als zusätzliche Fenster im Weg rumfliegen.
Alles gut und schön - die Sache läuft, hat sich für mich bewehrt und eigentlich bin ich damit sehr glücklich. Doch leider machen mir die Entwickler von Gnome da einen Strich durch die Rechnung.

"Shell" heißt die neue, dritte Version der Gnome Arbeitsumgebung und sie ist so gänzlich anders, als Gnome 2. Zugegeben, die Bude sieht moderner und stellenweise auch etwas aufgeräumter aus, doch irgendwie will ich mich nicht damit anfreunden. Alt+F2 ist nicht mehr was es vorher war und auch sonst erscheint es mir, als würde mich Gnome 3 in meinen Möglichkeiten eher einschränken. Um mein Gentoo nicht mit Experimenten zu zerstören, habe ich die Umgebung unter Fedora, auf einem USB Stick getestet, muss aber letzten Endes sagen: Shell und ich, wir werden keine Freunde.

Die Gnome-Entwickler haben aber nicht Alles über den Haufen geworfen. Gnome 3 bringt einen Fallback-Modus mit, der Gnome 2 Liebhaber zufrieden stellen soll. Positiv zu erwähnen, ist die Tatsache, dass dieser zumindest noch mit Compiz-Fusion kompatibel ist. Doch ansonten zeige ich mich auch hier eher unzufrieden. Weniger Konfigurationsmöglichkeiten als im alten Gnome und irgendwie fühlt es sich auch anders an. Seufz.

Was haben wir noch in der Kiste?
Über Unity brauchen wir meiner Meinung nach gar nicht erst reden. XFCE ist zu Compiz kompatibel und läuft auf meinem Eee-PC recht sauber. Auf meinem "großen" Laptop hätte ich aber auch lieber eine "große" Arbeitsumgebung - nicht überladen, aber reich an Features und Konfigurationsmöglichkeiten. Die Verzweiflung brachte mich dazu, mir seit langem mal wieder KDE anzuschauen. Das letzte mal, dass ich KDE laufen hatte, war so zu Zeiten der Version 3.5 - inzwischen heißt KDE "Plasma" und ist bereits bei Version 4.8 angekommen. Und ich muss feststellen: Es hat sich einiges getan. Die Umgebung macht zwar auf mich nach wie vor einen unterschwellig Windows-nahen Eindruck, doch es läuft sauber, schnell, kommt halbwegs mit Compiz klar und sieht (nach Installation von oxygen-gtk) auch nicht schlecht aus.

Eine endgültige Entscheidung zu treffen wird sicher nicht ganz einfach. Solange Gnome 3 im Gentoo Portage noch via ~amd64 maskiert ist, werde ich bei Gnome 2 bleiben. Doch spätestens, wenn sich dieser Zustand ändert, werde ich eine Entscheidung treffen. Vielleicht ist bis dahin aber auch der Gnome 2 Fork "Cinnamon" stabil und einsetzbar - we'll see.

Geschnatter

1 Kommentar, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Gnome 3.4, am 28.03.2012 um 18:44 Uhr
Falls du immer noch suchst: Gnome 3.4 ist raus - langsam wird's brauchbar...