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Gnome 3, Fallback und Panel Applets

erschienen in der Kategorie Software, am 13.09.2012
Schnatterente
Vor gut einem halben Jahr philosophierte ich darüber, was wohl mit meinem Desktop passieren würde, wenn Gnome Shell zum Gentoo-Standard wird und Gnome 2 somit ersetzt.

Dies ist inzwischen längst geschehen und somit ist es an der Zeit, meine Erfahrungen hier kundzutun.

Als mir emerge im Zuge meiner regelmäßigen Updates Gnome 3 und den ganzen Haufen der dazu gehörenden Pakete auflistete, beschloss ich der Sache eine Chance zu geben.

Am Anfang fand ich Gnome 3 gar nicht mal so schlecht. Die hübsche Shell Oberfläche an sich, mit der man Programme suchen und per Mausklick starten kann, habe ich zwar nie wirklich benutzt, aber Alt+F2 funktionierte fast wie gewohnt und so konnte ich wie auch vorher in Gnome 2 meine Programme schnell via Tastatur starten. Einziger Unterschied ist hierbei, dass Gnome 3 die Programmnamen beim Tippen nicht automatisch ergänzt, man muss dafür erst die Tabulatortaste drücken, aber das ist ja noch zu verkraften. Als ich die Oberfläche einige Monate zuvor schon einmal getestet hatte, funktionierte das noch nicht, es hat sich also etwas zum Positiven entwickelt.

Ganz gut gefällt mir am neuen Gnome-Desktop die Idee, die Anzahl der virtuellen Arbeitsflächen dynamisch zu verwalten. Manchmal sind einem vier Desktops einfach zu wenig, aber standardmäßig mehr einzustellen, ist auch wieder zu viel des guten, also eine feine Idee! Auch die Übersicht der auf einem Desktop geöffneten Programme, in Form von skalierbaren Thumbnails, finde ich ganz nett und übersichtlich gemacht.

Das war's dann aber im Großen und Ganzen auch, mit jenen Sachen, die ich Gnome Shell abgewinnen kann.

Was mich an Gnome 3 am meisten nervt, ist die Tatsache, dass die Tray Icons nicht mehr im normalen Panel zu finden sind und somit verschwinden, wenn man gerade ein Programm im Vordergrund hat. Das ist einfach nur mega nervig. Ich sehe das Notification Symbol von Claws-Mail nicht mehr und merke folglich nicht, wenn ich eine neue E-Mail bekomme. Auch der Zugang zu anderen Programmen (Pidgin, Clementine, ...) wird dadurch schwieriger. Auch mit dem Programm "JDownloader" hat Gnome 3 enorme Probleme: das Tray Icon fehlt gänzlich und die Java-Oberfläche der Software lässt sich nicht mehr mit der Maus, sondern nahezu nur noch mit der Tastatur bedienen. Naja, es gibt ja noch Pyload.

Gut wäre auch gewesen, wenn die Entwickler daran gedacht hätten, kleinere Hinweise einzublenden. Ich denke da an so etwas wie: "Du musst die Alt-Taste drücken, um den Rechner herunterfahren zu können." Naja, Google half.

Vor Gnome 3 benutzte ich Gnome 2 zusammen mit Compiz-Fusion und ich muss sagen, ich habe es als wesentlich komfortabler empfunden. Mir fehlen einfach viele Compiz-Funktionen, die das Leben leichter machen, wie zum Beispiel der Desktop-Würfel, die Möglichkeit mit der Maus Screenshots von bestimmten Bereichen des Desktops zu machen, die Bildschirmlupe und jenes Features, dass es erlaubt einem Fenster Transparenz zuzuweisen. Für manchen mögen diese Sachen wie reine Spielereien klingen, ich empfinde sie aber als unglaublich praktisch und hilfreich.

Man könnte also fast sagen, mir fehlt eher Compiz, als Gnome 2. Das mag größtenteils stimmen, doch Compiz läuft ja sowieso nur mit der alten Gnome Oberfläche, bzw. dem Fallback Modus von Gnome 3. Eine Kombination aus Compiz und Gnome Shell ist also nicht denkbar.

Und damit wären wir auch schon beim nächsten Punkt, dem Fallback Modus. Dieser fühlt sich inzwischen weitestgehend an wie Gnome 2. Als ich ihn das erste Mal getestet hatte, war das noch nicht der Fall. Somit habe ich also Glück im Unglück, denn ich kann quasi wieder zurückrudern, ohne wirklich ein Downgrade zu machen. Auch Compiz läuft wie gewohnt auf der Fallback Oberfläche. Hierzu ist aber noch eine Sache zu nennen, von der ich am Anfang dachte, ich bin (oder werde) bekloppt. Will man im Fallback Modus ein Applet zu einem Panel hinzufügen, muss man die Alt-Taste zusätzlich zur rechten Maustaste drücken, während man auf das Panel klickt. Das verrät einem Gnome zwar nicht, aber man findet den Hinweis schnell in den Weiten des World Wide Web. Soweit so gut also, aber bei mir funktionierte das Hinzufügen von Applets einfach nicht. Nichts passierte, wenn ich auf das Gnome Panel klickte, Alt-Taste hin oder her. Des Rätsels Lösung ist ein Bug! Das Menü taucht brav auf, wenn ich Compiz deaktiviere und Metacity als Window-Manager benutze. Läuft hingegen Compiz Fusion mit Emerald, erscheint das Menü nicht. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich hierbei wirklich um einen Bug handelt oder ob die betreffende Tastenkombination einfach schon durch Compiz-Fusion mit einer anderen Funktion belegt ist (ich wüsste aber nicht welche das sein soll). Wer also mit dem gleichen Problem kämpft, sollte Compiz kurz über das Tool Fusion-Icon abschalten, die Änderungen am Panel vornehmen und Compiz hinterher wieder aktivieren.

Ich fühl mich wieder zu Hause am eigenen Rechner. :)

Geschnatter

2 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Compiz Fusion, am 16.09.2012 um 13:26 Uhr
Boah, ich hab mich schon totgesucht nach einer Lösung für das Problem mit dem Panel! Hab auch Compiz an und der Mausklick geht dann auch nicht. DANKE!!!
cinatic, am 28.09.2012 um 23:11 Uhr
Guter Beitrag danke!, nach langer langer Gnome Abstinenz war es für mich nun wieder ein totaler Schreck.

Die Compizfunktionalität hab ich ebenfalls vermisst , warum viele es als "spielerisch" (gut manche Funktionen seh ich ein) betrachten kann ich nicht nachvollziehen insgesamt erleichtert es wesentlich die Arbeit!