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Jugendschutz Software: Erotik Webseiten sperren

erschienen in der Kategorie Software, am 28.05.2013
Schnatterente
Ich wurde kürzlich mit der Frage konfrontiert, wie man einen internetfähigen Windows-PC kindersicher macht. Ziel der Maßnahme sollte es sein, dass Erotik- und Pornografie-Webseiten mit keinem Browser mehr erreichbar sein sollten.

Die Suche nach einem guten Programm hat viel Zeit gekostet. Es gibt unzählige Browser-Plugins und Programme, die versprechen jugendgefährdende Webseiten unzugänglich zu machen. Die meisten davon kriegt man aber schon erschlagen, indem man einen anderen Browser verwendet oder die Anwendung mit dem Windows Task Manager killt. Für derartige Manöver braucht das Kind oder der Jugendliche nicht einmal Administratorenrechte, denn eine "Portable" Version eines anderen Browsers muss nun mal nicht installiert werden.

Jugendschutzprogramm: Kindersicherung als Freeware

Irgendwann stieß ich dann auf das "Jugendschutzprogramm", eine kostenlose Software, die sämtliche Browser daran hindert, Webseiten aufzurufen, die zu viel nackte Haut zeigen. Von allen getesteten Programmen fand ich dieses am besten.

Bei der Installation des Jugendschutzprogramms muss man ein Passwort festlegen, welches man benötigt um die Filtereinstellungen anzupassen und um die Software wieder deinstallieren zu können. Was gefiltert wird, ist davon abhängig, wie alt der surfende User ist. Es gibt Filterlisten für unter 12-Jährige, 12- bis 16-Jährige und für Jugendliche über 16 Jahren. Hat man Kinder in verschiedenen Altersgruppen, kann man die Filtereinstellungen anhand der Windows-Accounts festlegen. Falls man den Zugang auf bestimmte Webseiten freihalten will, kann man diese zu einer Whiteliste hinzufügen.

Wannimmer der minderjährige Nutzer eine gesperrte Webseite aufrufen will, erscheint im Browser eine Informationsseite, die darauf hinweist, dass diese Webseite noch nichts für ihn ist. Getestet habe ich die Software mit Mozilla Firefox, Google Chrome, Opera und dem Microsoft Horror Explorer. Der Jugendschutzfilter funktionierte in allen Browsern ohne Probleme.

Sich der Kontrolle entziehen

Zwar lässt sich auch das Jugendschutzprogramm einfach mit dem Task-Manager beenden, allerdings führt dies nicht dazu, dass die Filterung aufgehoben wird. Wenn der Nutzer die Software loshaben will, muss er sie deinstallieren, doch dazu benötigt er das Passwort. Somit ist das Jugendschutzprogramm schon mal sicherer als die meisten anderen Programme. Dies erscheint mir wichtig, denn die Kinder von heute sind es gewöhnt mit Technik umzugehen und verstehen oft mehr davon als ihre Eltern.

Natürlich hat das Programm meinen Ehrgeiz geweckt. Ich habe verschiedene Variante gefunden, wie man die Software aushebeln kann. Einige dieser Wege lassen sich nur mit Administrator-Rechten bestreiten, zwei Tricks funktionieren aber auch mit Standard-Accounts. Da ich es für kontraproduktiv halte, hier Details dazu zu veröffentlichen, wie man den Jugendschutz-Filter umgehen kann, werde ich dazu jetzt aber nichts weiter schreiben. Ich will nur darauf hinweisen, dass diese Software keine totale Sicherheit bietet - dies tut keine Software.

Fazit

Das Jugendschutzprogramm ist eine gute, in der Basis-Version kostenlose Empfehlung für alle Eltern, die auf Nummer sicher gehen wollen. Falls man noch kritische Webseiten findet, die das Programm nicht blockiert, kann man diese zur Blacklist des Programms oder zur Hosts-Datei des Computers hinzufügen (das funktioniert auch unter Linux und Mac OS).

Natürlich empfiehlt es sich, die Erziehung nicht gänzlich dem Computer zu überlassen. Experten berichten immer wieder von positiven Effekten, die man durch sogenannte "Gespräche" erzielen kann. ;)



Update 28.05.2013: Mir wurde gerade von einem Leser per E-Mail berichtet, dass das Jugendschutzprogramm neben Pornoseiten wohl auch die Webseite von "Computerbild" blockiert. Richtig so. Ich befürworte das! :D

Geschnatter

4 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
EJB, am 12.12.2013 um 23:38 Uhr
läuft! :)
Karsten Knobl, am 03.06.2014 um 18:53 Uhr
Ich habe als Kindersicherung immer meine Fritz!Box verwendet. Da lassen sich auch Jugendschutz-Blacklists laden und die darin aufgeführten Seiten können dann nicht mehr aufgerufen werden
Anonym, am 09.10.2015 um 07:02 Uhr
Habe das Jugendschutzprogramm getestet und es funktioniert sehr gut. Danke für den Tipp.
Arne, am 14.11.2015 um 09:05 Uhr
Ein Problem, das aber so ziemlich alle Lösungen haben, ist dass sie nicht mit Webproxies klarkommen. (So Seiten wie anonymouse.org) Die gleichen immer nur den Ziel-Host ab und wenn der nicht auffällig ist, wird alles zugelassen. Zu Umgehen sind die Programme immer, ist halt nur die Frage ob das Kind rausbekommt wie.