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Microsoft und Open Source

erschienen in der Kategorie Software, am 03.06.2012
Schnatterente
Microsoft hat sich getraut zum Linux Tag 2012 zu gehen. Seit einer Weile ist es ja ein offensichtlicher Teil des Anbiederungskonzeptes der Firma, sich für Linux und Open Source Belange zu interessieren. Und weil es immer gut ankommt, einfach mal die anderen reden zu lassen, ist das folgende Video entstanden:



Und weil ich es nicht lassen kann, geb ich jetzt auch noch meinen Senf dazu.

Wie viele aktive Open Source Projekt werden auf der Microsoft Plattform programmiert?
Microsofts Antwort lautet: weltweit 400.000 Projekte. Krasse Nummer, ich hätte nicht mal gedacht, dass es insgesamt so viele Open Source Projekte gibt. Aber ich frage mich auch, wie eine solche Zahl erhoben wird. Ist ein quelloffenes, 200-zeiliges Programm, dass nur eine kleine Aufgabe erfüllt schon ein eigenes Open Source Projekt?

Wie viele der weltweit am häufigsten verwendeten Open Source Lösungen laufen auf Windows?
Microsoft sagt 92%. Das ist ziemlich hoch gegriffen und wirft die Frage auf, welche Open Source Lösungen denn die am häufigsten verwendeten sind - ich habe dazu keine allzu verlässliche Quelle gefunden. Aber in der Tat versuchen die meisten Open Source Entwickler Windows zu unterstützen. Spontan fallen mir Audacity, MySQL, Pidgin, VLC, Filezilla, Firefox, Thunderbird, MPlayer, OpenOffice und Gimp ein.

Was verbinden Sie mit dem Thema Open Source und Microsoft?
Ich erinnere mich daran, dass Microsoft kürzlich eine Tochterfirma namens MSOT gegründet hat, die sich um die Open Source Belange der Firma kümmern soll.

Ansonsten muss ich sagen, dass ich relativ wenig mit Open Source und Microsoft verbinde. Mir fallen eher Negativbeispiele ein, bei denen Microsoft lieber eigene Wege geht, als sich an die üblichen Standards zu halten (Stichwort "Internet Explorer") - das behindert die Open Source Entwicklung in vielerlei Hinsicht.

Nennen Sie eine bekannte Open Source Lösung, die mit Microsoft nicht interoperiert?
K3b, file-roller und Kino.

Open Source, Cloud und Microsoft - passt das zusammen?
Ja und nein. Cloud Computing ist schon per se Fluch und Segen. Es bringt viele Vorteile, erfordert aber auch viel Bandbreite und wirft vor Allem eine Menge datenschutzspezifischer Fragen auf. Den meisten Open Source Entwicklern liegt etwas am Datenschutz und daran, dass nicht ein Anbieter alle Daten kontrolliert. Also sollte vielleicht zuerst die Frage gestellt werden, wie gut sich Cloud Computing und Open Source vertragen. Nimmt man Microsoft, stellvertretend für all die großen, kommerziellen Software-Unternehmen, in die Fragestellung auf, denke ich, dass ohne Open Source nicht allzu viel laufen würde, weil viele der benötigten Server auf Linux laufen.

Open Source und Microsoft sind für Sie?
Zwei sehr konträre Parteien die nicht miteinander aber auch nicht ohne einander können. Eine Hassliebe quasi. Gäbe es nur freie oder nur kommerzielle Software, würde die Entwicklung vermutlich langsamer fortschreiten und die Welt wäre nicht besser. Ich halte es für wichtig, dass sich beide Seiten mit dem nötigen Respekt und Anerkennung betrachten, auch wenn es zum Alltagsgeschäft dazu gehört, sich hier und da ordentlich zu bashen. ☺

Ach, Sch**ß drauf! Go Linux, Go!

Geschnatter

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