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Steam unter Linux: Wenn Valve alles löscht

erschienen in der Kategorie Software, am 16.01.2015
Schnatterente
Mir hat gerade jemand einen Link zu einem Bug-Report auf Github geschickt, bei dem es mir eiskalt den Rücken runterläuft ...

Es geht um den Linux-"Steam"-Client des US-Softwareherstellers Valve, den sicher viele Leute installiert haben und tagtäglich zum Spielen benutzen.

In dem Bug-Report erklärt ein Nutzer, dass er sein Steam-Verzeichnis auf eine andere Festplatte verschieben wollte. An der ursprünglichen Speicherposition fügte er einen Symlink zum neuen Verzeichnispfad ein, damit Steam auch weiterhin alles findet.

Dieses Vorgehen macht Sinn und sollte eigentlich keinen Schaden anrichten – möchte man meinen. Der Steam Client sah das jedoch anders und entschied sich nach einem Absturz für eine Neuinstallation, die auch sauber durchlief.
Die böse Überraschung kam erst hinterher: Steam hat bei der Neuinstallation mal eben alle Daten gelöscht, die es finden konnte und für die der angemeldete Nutzer Schreibrechte hatte.

Der Diskussion im Bug-Report zufolge liegt die Ursache wahrscheinlich in einer nicht gesetzten Variable $STEAMROOT, welche im betreffenden Shell-Script (steam.sh) auch nicht weiter auf einen sinnvollen Inhalt überprüft wird. Irgendwo im Script steht dann auch die wahrscheinliche Ursache des Datenverlusts:
rm -rf "$STEAMROOT/"*

Was passiert, wenn $STEAMROOT leer ist, können wir uns ja alle vorstellen.

Als wäre dieser Bug nicht beschämend genug für Valve, scheint es das Unternehmen auch bisher nicht zu interessieren. Jedenfalls habe ich keine Reaktion und vor allem kein Patch gefunden. Ich finde bei einem derart üblen Fehler, welcher sich zudem so leicht beheben ließe, ist schnelles Handeln gefragt.

Wer Steam unter Linux benutzt, sollte also vorsichtig sein und das Programm am besten nur mit einem separaten Nutzer (mit möglichst wenig Schreibrechten) oder noch besser in einer Sandbox verwenden.

Ihr wurdet gewarnt. ;-)
Danke, Jan.

Geschnatter

8 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 2/2 > >>
Anonym, am 21.10.2015 um 11:07 Uhr
Naja, wurde ja inzwischen gefixt.