Webseiten sperren

erschienen in der Kategorie Software, am 29.06.2012
Per Mail erreichte mich gestern Abend die Frage eines Bloglesers: "Gibt es eine Möglichkeit den Zugriff auf bestimmte Webseiten browser-übergreifend zu sperren?"

Ja, das ist möglich!

Ein recht bequemer Weg, dafür zu sorgen, dass eine Webseite oder ein Server nicht mehr erreichbar ist, ist die Eintragung der betreffenden Online-Ressource in die hosts-Datei des jeweiligen Betriebssystems. Diese Datei dient dazu, spezifischen Hostnamen eine IP Adresse zuzuordnen (früher nutzte man das anstelle von DNS). Um eine Webadresse gezielt unerreichbar zu machen, kann man sie einfach auf den localhost, also den laufenden Computer selbst, umleiten. Diesem ist die IP-Adresse 127.0.0.1 zugewiesen. Folglich können wir die Adresse kindersicherung.de blockieren, indem wir die folgenden Zeilen zur hosts-Datei hinzufügen:

127.0.0.1 kindersicherung.de
127.0.0.1 www.kindersicherung.de


Insofern auf dem Rechner kein Webserver läuft, erscheint im Browser schlicht die Nachricht, dass die Webseite nicht verfügbar ist. Auch andere Anwendungen können die Adresse nicht mehr erreichen. Somit eignet sich dieser Weg des Sperrens auch, um zu unterbinden, dass Anwendungen permanent nach Hause telefonieren (dafür muss man natürlich erst einmal herausfinden, wie der Host heißt, den das jeweilige Programm erreichen will).

Bleibt nur noch eine Frage offen: Wo befindet sich die hosts Datei?
Unter Windows findet man sie unter C:\Windows\system32\drivers\etc\hosts. Unter Linux und Mac OS lautet der Pfad /etc/hosts. Um die Datei bearbeiten zu können sind Admin- bzw. root-Rechte vonnöten. Bearbeiten kann man sie mit jedem beliebigen Texteditor.

Windows-Nutzer können also einfach einen Rechtsklick auf den herkömmlichen Windows Editor machen und den Menüpunkt "als Administrator ausführen" auswählen. Im Öffnen-Dialog muss noch der Dateitypfilter auf "Alle Dateien" gestellt werden, da die dateiendungslose hosts-Datei sonst nicht aufgelistet wird.

Die eigenen Filter schreibt man einfach ans Ende der Datei, jeden in eine neue Zeile. Erwähnenswert ist noch, dass man die Einträge auch deaktivieren kann, indem man sie auskommentiert. Hierfür muss einfach ein Raute-Zeichen (#) an den Beginn der jeweiligen Zeile geschrieben werden. Möchte man den Eintrag wieder aktivieren, entfernt man die Raute einfach wieder.

Somit kann man seinen Computer ein bisschen kindersicherer machen und nervige Werbe-, Crack- und Erotikseiten blockieren.



Update 28.05.2013: Ich habe gerade einen Artikel zu einer Software-Lösung in Sachen Jugendschutz veröffentlicht. Wer Windows benutzt und wem es darum geht, seine Kinder vor jugendgefährdenden Inhalten zu schützen, der sollte den Beitrag lesen. (Ist für die meisten sicher auch einfacher als das Bearbeiten der Hosts-Datei.)

Geschnatter

3 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Sten Felber, am 03.07.2012 um 14:31 Uhr
Schön schön - aber warum sollte jemand Pornoseiten sperren wollen? :B
Anonym, am 02.10.2013 um 14:17 Uhr
... und wie kann ich die Seite "http://adtcs.sitescout.com/disp?pid=..." ohne Kenntnis von IP-Adressen und Hostnamen des Verursachers blockieren? MfG


Antwort: Indem du die folgenden Einträge zu deiner Hosts-Datei hinzufügst:

127.0.0.1 adtcs.sitescout.com
127.0.0.1 sitescout.com
127.0.0.1 www.sitescout.com
Gustav Wall, am 28.04.2014 um 10:01 Uhr
Hier "Webseite-Analyse" http://blog.sprechrun.de/?page_id=1571 können Sie nachschlagen, wie man die Serveradressen der lästigen Anzeigen für die hosts-Datei zeitsparend ermitteln kann.