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Kobo Glo: Sleep-Cover im Test

erschienen in der Kategorie Technik, am 15.11.2013
Schnatterente
Wer lange Freude an seinem E-Book-Reader haben will, packt ihn in eine Schutzhülle. Für den Kobo Glo gibt es sogenannte Sleep-Cover, welche den E-Reader beim Zuklappen automatisch in den Ruhezustand versetzen.

Um meinem Kobo ein kuschliges Zuhause zu geben, habe ich mir mal zwei solche Sleep-Covers näher angeschaut. (Aus der Tatsache, dass da "zwei" steht, kann der gewiefte Leser schon jetzt ableiten, dass ich mit einem nicht zufrieden war.)

"Ultradünne" Leder-Schutzhülle mit Ruhemodus für Kobo Glo

Kobo Glo Sleep-Cover aus LederDie erste Schutzhülle, die ich mir bestellt habe, war diese.

Die Hülle ist, wie die Beschreibung bei Amazon schon sagt, sehr dünn. Somit bleibt der Kobo klein, kompakt und handlich. Verschlossen wird das Cover mithilfe eines Magneten (das Blaue im Bild ist dessen Schutzfolie - zieht man sie ab, ist die Stelle silberfarben). Im Inneren des Ledercovers sitzt eine Art Plaste-Käfig, welcher den Kobo Glo an den Ecken mit kleinen Widerhaken festhält.

Insgesamt machte das Cover auf mich einen sehr stabilen Eindruck und auch die Sleep-Funktion arbeitete tadellos. Dennoch habe ich mich sehr schnell dafür entschieden, diese Hülle wieder zurückzuschicken.

Ein Grund dafür ist die Tatsache, dass sich der Deckel, wenn das Cover geschlossen ist, sehr leicht nach oben und unten verschieben lässt. Wenn man den Kobo Glo in einer Tasche, zusammen mit anderen Gegenständen (Portemonnaie, Taschenmesser, Schlüsselbund, usw.), durch die Gegend trägt, kann es durchaus sein, dass die Abdeckung so weit verrutscht, dass Schmutz an das Display gelangt, welcher sich dann wohl über längere Zeit in den Touchscreen-Ecken ansammeln wird. Im schlimmsten Fall zerkratzt man sich den E-Reader an einem anderen Gegenstand.

Noch mehr hat mich an diesem Cover gestört, dass man den Glo kaum wieder aus der Befestigung lösen kann. Wenn man das ein paar Mal macht, zerkratzt man sich vermutlich die Ecken des leicht gummierten E-Readers. Falls sich jetzt jemand fragt, warum man das E-Book denn überhaupt aus der Hülle holen will: weil sie den Micro-SD-Karten-Slot unzugänglich macht.

Wenn ich schnell mal ein Buch auf den Kobo kopieren will, nehme ich die Speicherkarte heraus und stecke sie in mein Notebook, anstatt das Gerät via USB-Kabel zu verbinden. Zum einen geht das schneller und zum anderen vermeide ich damit sehr kurze Akku-Ladephasen, welche der Lebensdauer der Batterie nicht gerade zuträglich sind.

Mit der "ultradünnen Lederhülle" geht dies aber eben nicht. Außerdem hat mir an der Hülle nicht gefallen, dass man den Deckel nicht bedenkenlos komplett nach hinten umklappen kann. Auf dem Material zeichnen sich dann sehr schnell Knicke ab und es würde vermutlich nach kurzer Zeit auseinanderreißen und unansehnlich aussehen.


Was ich hier mache, ist jammern auf hohem Niveau. Im Großen und Ganzen ist die besagte Hülle durchaus brauchbar - zumindest für Leute, die nicht an den Micro-SD-Karten-Schacht heranwollen und die ihren E-Book-Reader nicht einfach mal schnell zu all dem anderen Kleinkram in die Tasche stecken, wo er beim Transport potenziellen Gefahren ausgesetzt ist.

Kobo Glo Hülle von Gecko Covers

Kobo Glo Sleep-Cover aus Leder Nachdem ich das obige Cover aus den besagten Gründen zurückgeschickt hatte, habe ich mir eine Hülle von "Gecko Covers" bestellt.

Diese besteht außen aus Kunstleder und ist innen mit einem samtig weichen Stoff bezogen. Verschlossen wird die Hülle mit einer Lasche, welche man um das Gerät legt. An der Lasche ist etwas befestigt, was aussieht wie ein Druckknopf, aber auf Magnetbasis funktioniert - somit muss man beim Schließen nicht jedes Mal von hinten auf das Gerät drücken, was ja eventuell zu Flexing-Problemen führen könnte. Der nicht mechanische Verschluss hält sehr gut und sorgt dafür, dass sich der Deckel im zugeklappten Zustand kaum verschieben lässt.

Der Kobo sitzt fest genug in der Hülle, sodass er nicht einfach seitlich herausrutschen kann (dies könnte ohnehin nur passieren, wenn die Hülle aufgeklappt ist). Allerdings kann ich mir durchaus vorstellen, dass sich das Cover im Laufe der Zeit ein kleines bisschen ausleiert. Die Hülle ist so aufgebaut, dass man an alle Knöpfe und Anschlüsse des Kobo Glo herankommt. Das Material ist flexibel genug, dass man die Front des Covers auch komplett nach hinten umklappen kann - dem Kunstleder ansehen, wird man es aber vermutlich dennoch nach einer Weile.

Dem durchweg positiven Eindruck, den mir das Cover vermittelt, macht nur die Sleep-Funktion einen Strich durch die Rechnung. Diese funktioniert bei dem Gecko-Cover nur, wenn der Deckel im geschlossenen Zustand genau an der richtigen Stelle sitzt. Verrutscht er, innerhalb seines kleinen Spielraums, funktioniert der automatische Ruhemodus nicht mehr und der E-Book-Reader wacht auf.

Eventuell habe ich auch nur Pech gehabt und ein Cover erwischt, bei dem der für die Einschlaffunktion zuständige Magnet nicht exakt an der richtigen Stelle eingeklebt wurde. Einen Umtauschgrund sehe ich in dieser kleinen Mangelerscheinung aber nicht - auch deswegen, weil ich das Problem mit einfachen Mitteln selbst beheben konnte. Im Deckel des Covers sind an der Innenseite zwei kleine Fächer angebracht, in die man z.B. einen Notizzettel oder eine Visitenkarte stecken könnte. Ich habe dort einfach einen kleinen (1mm dünnen) Neodym-Magneten reingesteckt (kostet mit Versand circa 1 Euro bei eBay), welcher auch nicht verrutschen kann, weil er sich ja mit dem schon vorhandenen Magneten verbündet. Damit funktioniert die Sleep-Funktion ausgezeichnet, unabhängig davon, ob sich die Cover-Abdeckung ein wenig verschiebt.

Fazit: Das perfekte Sleep-Cover für den Kobo Glo gibt es (wahrscheinlich) nicht

Unterm Strich ist das Gecko-Cover mein klarer Testsieger und ich werde es behalten. Es liegt schön in der Hand und ich glaube, dass es den Kobo Glo doch recht gut schützt. Dafür ist es aber auch einen Hauch dicker als das zuerst vorgestellte Cover und bei der Sleep-Funktion musste ich selbst nachbessern. Man kann eben nicht alles haben.

Es gibt übrigens auch ein Sleep-Cover, welches von Kobo selbst produziert wird. Dieses war mir aber von Anfang an zu teuer, deswegen kann ich über die Qualität auch nichts sagen.

Geschnatter

1 Kommentar, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Gitte, am 12.01.2014 um 12:01 Uhr
Ich habe auch Probleme mit der Sleep-Funktion bei der GeckoCover-Hülle. Kann mir jemand die genaue Bezeichnung eines passenden Magneten mitteilen, welche Maße/Stärke soll der Magnet haben? Hat jemand festgestellt, dass sich ein zusätzlicher Magnet negativ auf den Akku des Readers auswirkt? DANKE
Antwort: Hallo,
ich verwende einen kleinen Neodym-Magneten: 2 cm Durchmesser, 1 mm dick (bezeichnet als NdFeB N42 mit Zugkraft 2,0 kg - ist aber deutlich schwächer als angegeben). Diesen habe ich in das Fach der Hülle geschoben, wo er an dem dort schon vorhandenen Magneten hängen bleibt (dabei natürlich immer die Richtung des Magnetfeldes beachten).

Funktioniert sehr gut. Ich denke auf den Akku hat das keinen Einfluss.

Nachtrag: Hab gerade noch mal geschaut, es müssten diese hier sein.