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Linux: Festplatte herunterfahren

erschienen in der Kategorie Technik, am 27.05.2014
Schnatterente
Mich hat gerade jemand per Mail gefragt, ob ich eine Möglichkeit kenne, wie man unter Linux eine Festplatte herunterfahren kann, ohne den ganzen Rechner auszuschalten.

Hintergrund der Fragestellung ist, dass wenn man in Gnome eine Festplatte "sicher entfernt", diese zwar sämtliche Schreib- und Leseoperationen einstellt, aber der Motor immer noch weiter läuft. Die Festplatte verbraucht somit weiterhin Strom und produziert auch einen gewissen Geräuschpegel.

Im Falle externer USB-Festplatten kommt noch dazu, dass man diese ja einfach mal im Betrieb abzieht, um sie dann in den Rucksack zu werfen und durch die Gegend zu tragen. Viele Leute haben Angst, dass sie dem Datenträger damit schaden könnten, weil die Schreib-/Leseköpfe nicht sauber in die Parkposition gebracht werden (Stichwort Head-Crash).
Im Grunde genommen braucht man vor diesem Szenario aber keine Angst zu haben, denn wenn die Versorgungsspannung einer Festplatte wegfällt, wird der Antrieb automatisch als Generator geschaltet und die so gewonnene Energie reicht für den Schwenkimpuls aus, der nötig ist, um die Schreib-/Leseköpfe in die Landezone zu führen.

Dennoch kann es aber sicherlich nicht schaden, eine Festplatte vor dem Abziehen einfach herunterzufahren (Spindown). Und manchmal will man das vielleicht auch einfach tun, damit der Laptop-Akku länger hält oder um den Geräuschpegel zu minimieren.

Umsetzen lässt sich das mit dem sehr mächtigen Festplattenkontrollprogramm hdparm. Um eine Festplatte (in diesem Fall das Gerät /dev/sdc) in den Schlaf-Modus zu versetzen, führt mal als root-Benutzer den folgenden Befehl aus:
# hdparm -Y /dev/sdc

Greift man nach dem Ausführen dieses Kommandos wieder auf die Festplatte zu, weckt der Linux-Kernel sie selbstständig auf.

Es ist ratsam den Befehl nur auszuführen, wenn man sich sicher ist, dass gerade keine Anwendung mehr auf den Datenträger zugreift. Wer diesbezüglich auf Nummer sicher gehen will, sollte sich mal dieses Skript bei Stackoverflow anschauen.
Danke an Tobias für die Frage.

Geschnatter

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