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Raspberry Pi

erschienen in der Kategorie Technik, am 21.08.2012
Schnatterente
Vor etwas mehr als einem Monat ärgerte ich mich über das schäbige Hardware-Design und den fiesen Netzwerk-Bug meines Guru Plug Minicomputers. Jetzt darf ich neben besagtem Plug-Computer und meinem OLPC einen Neuzugang in der Spielzeugecke begrüßen. Es handelt sich um den, zur Zeit viel diskutierten, Raspberry Pi, einen vollwertigen Computer in der Größe einer Kreditkarte.

Das gute Stück wurde in Großbritannien von der Raspberry Pi Foundation entwickelt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, einen sehr preiswerten und einfachen Rechner zu bauen, der Schülern und Studenten den Zugang in die Welt der Informatik und Elektrotechnik erleichtern soll. Die etwas bessere Ausführung des Minirechners (Model B) ist für gerade einmal 30 bis 40 Euro zu haben. Geliefert wird die Platine ohne jeglichen Schnickschnack. Wer ein Gehäuse haben will, kann sich das entweder selbst basteln oder für 5 bis 20 Euro in den Weiten des Internets erwerben - ich habe mich für Letzteres entschieden.

Ebenfalls nicht im Lieferumfang enthalten ist ein Netzteil. Der Raspberry Pi wird über eine Micro-USB Buchse (5V) mit Strom versorgt und zieht dabei so zwischen 800 und 1200 mA. Für die meisten USB-Ports ist das zu viel und so empfiehlt es sich ein geeignetes Handy-Ladekabel oder ähnliches zu kaufen (5 bis 15 Euro).

Und zu guter Letzt, aber da liegt bei den meisten sicher noch irgendwo eine in der Ecke rum, braucht man noch eine SD-Speicherkarte, denn nur von dieser lässt sich der kleine Computer booten. Ein geeignetes Linux-Image findet man hier.

Die Installation des Systems gestaltete sich als recht einfach und zu meiner großen Freude stellte ich schnell fest, dass die Hitzeentwicklung weit unter der meines Guru Plugs bleibt. Der kocht allerdings auch mit 1,2 GHz, der ARM-Prozessor des Pis hingegen mit nur 700MHz.

Der Rasperry Pi verfügt über alle Schnittstellen, die man so braucht: 2x USB, HDMI (Video und Audio), 3,5mm Klinke (Audio Ausgang), Composite Video, LAN (100 Mbit/s). Ich habe ihn via HDMI an meinen Beamer angeschlossen. Bisher benutze ich den Pi fast nur per SSH, als Server im lokalen Netz, doch mein eigentlicher Plan ist es, über das Ding Filme zu schauen, denn der Pi kann H.264 Videos in Full HD Auflösung hardware-dekodieren.

Weiterhin reizvoll sind die freien GPIO Pins auf der Platine. Diese können frei programmiert werden und setzen dem Erfindergeist somit kaum Grenzen. Mein erstes Ziel wird es sein, ein Hitachi HD44780 Display über 8 der 26 vorhanden Pins zu steuern. Das ist keine besondere Innovation und haben bereits einige Leute vor mir gemacht, aber es ist ein netter Einstieg in die Materie. Ich hätte gern, dass mir der Pi aktuelle RSS Feeds (z.B. von Heise) oder meine nächsten Termine über das Display als Lauftext anzeigt. Sobald das läuft, werde ich dann mal schauen, was ich mit den restlichen Pins noch so anstellen kann.

Soweit erst mal zu meinem bisherigen Eindruck und meinen Plänen in Sachen Raspberry Pi. Es wird nicht der letzte Beitrag zu diesem Thema gewesen sein. :)

Geschnatter

3 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Anonym, am 21.08.2012 um 20:08 Uhr
Wie funktioniert das mit den freien GPIO Pins? Wird da eine API mitgeliefert um darauf zuzugreifen oder gibts da irgendeinen Standard für?
Antwort: Auf die Pins kann einfach über Dateien im Linux Filesystem zugegriffen werden - also sehr easy und mit jeder Programmiersprache machbar. :)
Anonym, am 22.08.2012 um 00:09 Uhr
Was ist das für ein Case und wo gibt's das? Finde kein vernünftiges...
Antwort: Hab bei Ebay für 5 Euro (+2 Versand) gefunden. Ist ein Import aus Polen, da gibt's auch ganz viele aus Großbritannien. War ne lustige Anleitung zum Zusammenstecken dabei, in Englisch und in einer Sprache, von der sie wohl dachten, dass es Deutsch ist. :]
Raspberry Pi kaufen, am 22.08.2012 um 17:09 Uhr
Wo hast du den Raspberry Pi gekauft, finde ihn nirgends?