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USB 3 Express Cards im Test

erschienen in der Kategorie Technik, am 03.05.2017
Schnatterente
Ich habe meinen uralten, aber immer noch funktionsfähigen Laptop kürzlich um zwei USB 3.0 Ports erweitert. Ab Werk wurden in dem sieben Jahre alten Notebook nur USB 2.0 Ports verbaut. Glücklicherweise ist aber ein 34 Millimeter breiter ExpressCard-Slot vorhanden, über den sich die USB 3 Ports nachrüsten ließen.

Dabei ist mir aufgefallen, dass es gravierende Performanz- und auch Qualitätsunterschiede zwischen den ExpressCards gibt, die man so im Handel bekommt.

Ich habe insgesamt drei solcher Adapter unter Gentoo Linux ausprobiert und war sehr überrascht, wie unterschiedlich sich diese verhielten. Meine Erfahrungen will ich hier kurz festhalten, vielleicht helfen sie ja dem einen oder anderen, eine gute Kaufentscheidung zu treffen.

Logilink PC00056 Express Card mit einem USB 3.0 Port

Diese ExpressCard von Logilink mit (nur) einem USB 3.0 Port habe ich zuerst ausprobiert. Der knapp 20 Euro teure Adapter rastete in meinem Notebook gut ein, die Performanz war dafür aber nicht so toll. Beim Kopieren von Daten erreichte ich mit der Karte gerade einmal 80 MB/s.
Der Versuch USB-Kopfhörer an dem Adapter zu benutzen scheiterte kläglich, man hörte mehr Knackgeräusche und Aussetzer als Musik.

CSL-Computer USB 3.0 Express Card mit zwei Ports

Danach habe ich mir die Express Card von CSL-Computer für knappe 15 Euro angeschaut. Zuerst fiel mir dabei auf, dass diese ein klein bisschen "dicker" ist, als die zuvor getestete Variante von Logilink. Dies führte in Kombination mit meinem Notebook dazu, dass die Karte nicht wirklich im Slot einrastete wie vorgesehen (es klickte nicht), sondern sich quasi im Gehäuse verkeilte. Das war nicht schlimm, so saß sie wenigstens bombenfest. Um die Karte wieder aus dem Laptop zu ziehen, bedurfte es dann allerdings einer Zange.

In Sachen Performanz fand ich die CSL-ExpressCard einfach nur toll. 100-150 MB/s waren beim Kopieren von Daten drin. Via USB Musikhören funktionierte auch einwandfrei.

Leider zeigte sich nach zwei Tagen, dass das Gerät nicht gut verarbeitet war. Beim Herausziehen eines USB-Steckers kam nämlich gleich das Innere der Buchse mit nach außen (das blaue Plastikteil). Mit der zweiten ExpressCard, die ich beim Umtausch der defekten Hardware bekam, passierte leider das Gleiche.

tinxi USB 3.0 Express Card mit zwei Ports

Aller guten Dinge sind drei. Diesmal stimmte das sogar. Der USB 3.0 Adapter von tinxi war mit 8,39 Euro nicht nur der preiswerteste in meinem (unfreiwilligen) Express-Card-Test, sondern auch der Einzige, den ich nicht zurückschicken musste. Soweit ich das beurteilen kann, ist der Adapter mit dem schnellen NEC UPD720202 Chip baugleich mit dem zuvor genannten Modell. Jedenfalls gibt es keine nennenswerten Unterschiede in der Performanz und auch bei dieser ExpressCard benötige ich eine Zange, um sie wieder aus meinem Laptop zu befreien.

Ich vermute, dass sich die Geräte tatsächlich nur durch den jeweiligen Aufkleber unterscheiden und aus dem gleichen Werk stammen.
Der preiswerte tinxi-Adapter ist bisher glücklicherweise nicht auseinandergefallen. Unter Umständen hat CSL-Computer da einfach nur Pech gehabt und eine Charge erwischt, die nicht gut verklebt war. Oder man kann bei diesen ExpressCards generell nur Glück oder Pech haben, was die Verarbeitung angeht. Dann war mein dritter Versuch wohl zufällig ein Treffer.

Fazit

Mit ein bisschen Glück bekommt man für gerade einmal acht Euro eine gut funktionierende USB 3 ExpressCard und kann seine USB-Geschwindigkeit von 480 MBit/s auf 5 GBit/s erhöhen, was bei größeren Kopiervorgängen auf eine geeignete Festplatte viel Zeit erspart.

Man kann aber auch Pech haben und die Adapter zerfallen immer wieder in ihre Einzelteile und müssen reklamiert werden. Da muss man dann schon ganz schön viele Daten kopieren, um den entstehenden Zeitverlust wieder auszugleichen. ;-)

Geschnatter

2 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
Thomas, am 03.05.2017 um 23:23 Uhr
Also, dass die PC00056 von Logilink eine Enttäuschung ist, kann ich bestätigen! Nutze das Ding unter Ubuntu und es bringt kaum einen Geschwindigkeitsvorteil ggü USB2.
Anonym, am 04.05.2017 um 10:39 Uhr
Sag mal, wie ist das denn bei den getesteten Geräten so mit der Abschirmung? Ich habe so einiges durch mit USB 3 und muss das meiste davon sehr weit weg von allem mit WLAN (Router eingeschlossen) verwenden. Da tut sich wohl was mit die Interferenzen, was WLAN so unterbricht, wie sich deine USB-Kopfhörer angehört haben.
Antwort: Also ich habe mit Interferenzen eigentlich keine Probleme. Die Aussetzer, die ich bei der ersten getesteten ExpressCard von Logilink hatte, waren (denke ich jedenfalls) eher hardwarebedingt und traten ja bei den anderen beiden ExpressCards nicht mehr auf.

Es sind aber in der Tat bei sämtlichen Adaptern Aufkleber an der Unterseite angebracht, die auf mögliche Interferenzen hinweisen. Man sieht das auch hier auf dem letzten Foto.