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Schnatterente
Es gibt Filme, die sind so schlecht, dass man sich beim Anschauen fremdschämen muss. Erträglich werden sie erst dann, wenn man sie unabhängig vom eigentlichen Genre als Komödie betrachtet und versucht über das Übel auf der Leinwand oder dem Bildschirm zu lachen.

Am Wochenende lief auf Tele 5 ein Film namens "2-Headed-Shark-Attack". Dieser hat mich direkt negativ begeistert und steht jetzt ganz vorn in der Liste der grottigsten Filme, die ich bisher gesehen habe (vorher war "Porn Horror Movie" auf Platz 1, ein Horrorfilm bei dem eine Erotikfilmcrew von einem durch die Gegend hüpfenden Genital abgemurkst wird - ja, das ist so schlecht, wie es klingt).

2-Headed-Shark-Attack - die Handlung

In 2-Headed-Shark-Attack dreht sich alles um eine Gruppe junger Studenten, welche mit ihrem ebenfalls sehr jungen Professor einen Bootsausflug macht, bei dem sie eigentlich etwas lernen sollen (z.B. wie ein Sextant funktioniert). Natürlich haben die jungen Damen und Herren, welche allesamt wie Models oder Erotikdarsteller aussehen, viel mehr Interesse daran, das schöne Wetter zu genießen, schwimmen zu gehen und sich gegenseitig näher zu kommen.

Alles könnte so schön sein, wenn der Film nicht 2-Headed-Shark-Attack heißen würde. Der Name ist Programm und so wird das Boot der Studenten bald von einem Hai mit zwei Köpfen angegriffen. Praktischerweise kann man als Hai mit zwei Köpfen natürlich zwei Personen gleichzeitig zerfetzen, und wie es eben so im Leben ist, stehen die Leute auch nie so weit auseinander, dass das nicht klappen würde.

Jeder, der schon mal einen zweitklassigen Horror- oder Katastrophenfilm gesehen hat, der auf dem Wasser spielt, weiß, dass es unabdingbar ist, dass das Schiff kaputt gehen muss, folglich fahrunfähig ist und dass der Funk natürlich auch nicht mehr funktionieren darf (bei 2-Headed-Shark-Attack bricht die Funkantenne ohne einen ersichtlichen Grund einfach so ab, weil der Hai am Boot gewackelt hat).

Wie zu erwarten, ist eine kleine, rettende Insel in Sicht, auf welche man erst einmal flüchten kann, während die Crew des Bootes unter Wasser versucht das Leck zu verschweißen, welches aber nicht dafür sorgt, dass das Boot untergeht (man hätte also auch einfach weiterfahren können).

Wer kennt das nicht: Wenn es ohnehin nicht gut läuft, kommt es meistens noch schlimmer. Der Hai verspeist immer mehr Leute, die Reparatur des Bootes schlägt fehl und zu allem Überfluss fällt die rettende Insel auch langsam in sich zusammen und geht unter (machen Inseln ja ab und an). Dann kommt auch noch, woher auch immer, eine riesige Tsunamiwelle und reißt alles weg. Am Ende des Films wird der Hai in die Luft gesprengt. Es lebt nur noch der stereotypische Streber der Studentengruppe und ein toughes, vollbusiges Mädel, welches bereit war ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um die anderen zu retten. Ein Militärhelikopter kommt aus dem Nichts und sammelt die beiden ein. Ende.

2-Headed-Shark-Attack - die Umsetzung

Der Film ist ein absoluter Tipp für Trash-Movie-Fans. Ich vermute, dass das Drehbuch nicht länger war als meine Zusammenfassung. Die Story ist unglaublich schlecht und der Film voller logischer Fehler. Die Schauspieler sind so überzeugend wie ihre Dialoge, welche in deutscher Sprache noch schwerer auszuhalten sind, als wahrscheinlich in Englisch. Wer sich 2-Headed-Shark-Attack anschaut, wird von den folgenden Dingen absolut begeistert sein:
  • von der Story
  • von den Schauspielern
  • von den Synchronsprechern
  • von den vielen Filmfehlern
  • von der Tatsache, dass sich die Farbe des Wassers in jeder zweiten Szene ändert
  • von den Synchronsprechern
  • von dem vielen Silikon
  • von den tollen Animationen (der Film ist von 2012, der Hai sieht aus als käme er aus den 80ern)
  • von den Synchronsprechern
  • von der Tatsache, dass ab und an im Hintergrund ein Segelboot vorbei fährt
  • davon, dass die Reisegruppe mal als Schüler- und mal als Studentengruppe deklariert wird (der Reiseleiter ist manchmal der "Lehrer", manchmal ein "Doktor" und manchmal "Professor")
  • von unglaublichen flachen Stereotypen
  • davon, dass der Hai von Schiffsmotoren "elektrisch angezogen wird" (Original-Zitat), weil er ja zwei Köpfe hat und damit über die doppelte Wahrnehmung verfügt (Häää?!)
  • von den Synchronsprechern
  • davon, dass zwei junge Studentinnen und ein Student (die sich alle kaum kennen) nach dem Stranden auf der Insel nichts Besseres zu tun haben, als sich ihrer Badekleidung zu entledigen (warum?) und Baden zu gehen, woraufhin sie es dann spontan zu dritt im Wasser krachen lassen (natürlich werden sie dabei gestört und vom Hai gefressen)
  • Hatte ich die Synchronsprecher schon erwähnt?


2-Headed-Shark-Attack ist ein Film, den man entweder gesehen haben muss oder auf keinen Fall sehen sollte - je nachdem wie viel man aushält. Das Wort "Horror" in Horrorfilm bezieht sich hier nicht auf die Story, sondern auf den Film selbst.

Geschnatter

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