Heimkino: BenQ W700 meets DLP 3D Shutterbrille

erschienen in der Kategorie Unterhaltung, am 28.02.2012
Schnatterente
Vor einigen Tagen habe ich meinen 3D fähigen BenQ W700 Beamer bekommen. Wenn man so ein schickes Teil erst einmal zu Hause stehen hat, kommt schnell der Wunsch auf, auch die eingebauten 3D-Funktionalitäten zu nutzen. Daher habe ich eine Weile im Netz gestöbert, um erst einmal herauszufinden, was ich dafür brauche.

Viele Verkäufer und Testberichte des besagten Beamers geben an, man bräuchte ein Nvidia 3D Vision Kit, um Filme in 3D anschauen zu können - doch das ist nur die halbe Wahrheit! Das Gerät beherrscht auch den DLP-Link Standard, welcher die, auf jeden Fall benötigte, Shutterbrille nicht via eigenem Infrarotsender, sondern mit Hilfe kurzer, für den Menschen nicht sichtbarer, Lichtblitze synchronisiert.
Da ich eigentlich fast nie am Computer spiele und sowieso die meiste Zeit Linux benutze, kommt mir dies sehr entgegen. Scheinbar gibt es zwar auch einen 3D Vision Treiber für Linux, doch der DLP Standard erscheint mir unabhängiger und erspart zudem den Aufbau eines Infrarotsenders.

Nachdem ich nun also wusste, dass ich eine DLP-Link fähige Brille brauche, fand ich im Netz nirgends eine verlässliche Information, welche Brille mit welchem Projektor läuft. Von BenQ selbst gibt es eine 3D Brille, mit der es auf jeden Fall funktionieren sollte. Diese war mir aber schlicht zu teuer und so entschied ich mich dafür, es einfach mit einem anderen Hersteller zu probieren. Ich bestellte mir ein so genanntes "3D Starter Kit", von der Firma NEC. Dieses beinhaltet eine "NEC NP01GL" Shutterbrille, die zumindest optisch mit der Original-BenQ-Brille identisch zu seien scheint (übrigens auch mit der ACER E1W).

Um 3D Filme schauen zu können, muss der Beamer auf den DLP Link Modus eingestellt sein und mit 120Hz gefüttert werden. Des weiteren benötigt man einen 3D fähigen Player. Hier muss ich als Linuxuser wohl noch ein bisschen warten. Zwar gibt es bereits die Projekte "Bino" und "sView", doch mit meiner Hardware habe ich leider kein vernünftiges 3D Bild zu Stande gebracht (zumindest nicht eines, dass für aktive Shutterbrillen geeignet ist - im Falle von Bino benötigt man dafür wohl einen 3D-fähigen X11 Server, der auf einer Nvidia Quadro-Karte läuft). Unter Windows kommt man um den "Stereoscopic Player" nahezu nicht herum. Zwar scheint das kostenlose Programm "sView" unter Microsofts Betriebssystem schon besser zu laufen, als unter Linux, dennoch habe ich es bisher nicht geschafft, damit ein flüssiges 3D Bild zu bekommen. Mit dem, leider kommerziellen, Stereoscopic Player läuft die Sache aber ganz gut.

Wichtig ist, dass man in der Software einstellt, dass die Bildausgabe mit der Grafikkarte synchronisiert wird, ansonsten hüpft das Bild wild hin und her, weil der jeweilige Frame beim falschen Auge ankommt. Dies passiert auch dann, wenn die Grafikkarte die Sache nicht schnell genug berechnet bekommt. Das eingesetzte "Software Page-Flipping" scheint in Sachen Performance also noch verbesserungswürdig. Wenn man dem Programm aber, durch Beenden anderer Programme und einiger Dienste, sowieso durch eine gezielte Optimierungen der Grafikkarteneinstellungen, die nötigen Ressourcen verschafft, steht einem gelungenem 3D-Heimkino-Abend nichts mehr im Wege und die Sache läuft auch dann rund, wenn man eine DLP-Link Brille gekauft hat, die nicht vom Hersteller des Beamer produziert wurde.

Geschnatter

8 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 2/2 > >>
Anonym, am 18.02.2014 um 14:11 Uhr
Frage: Hab mir eine BenQ-Shutterbrille gekauft um sie mit meinem Samsung 3D-TV zu verwenden. Irgendwie wird es aber nicht erkannt?!