Ökostrom ist billiger als Atomstrom

erschienen in der Kategorie Wissenschaft, am 08.11.2012
Schnatterente
Süddeutsche.de räumt mit dem Vorurteil auf, dass Ökostrom teurer ist als Atomstrom. Tatsächlich ist Ökostrom schon jetzt billiger als Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken.

Das mag mancher jetzt nicht glauben, vor allem in Anbetracht der Tatsache, dass die EEG-Umlage im nächsten Jahr von 3,59 Cent je Kilowattstunde auf 5,28 ct/kWh ansteigen wird und wir somit, aufgrund der erneuerbaren Energien, alle mehr für den Strom berappen müssen. Doch was wir auf der Rechnung unseres Stromanbieters sehen, ist nur die halbe Wahrheit. Je nachdem, auf welche Art und Weise der Strom erzeugt wird, fließen auch Subventionen in die Gesamtrechnung ein. Von diesen bekommt der Verbraucher zwar auf seiner Stromabrechnung nichts mit, doch er zahlt sie dennoch. Denn natürlich werden die Subventionen aus Steuergeldern finanziert.

Betrachtet man die Gesamtkosten (inkl. der Subventionen) ergibt sich ein vollkommen anderes Bild. Viele neue, ökologischere Wege der Stromerzeugung sind schon jetzt billiger als die altbekannten. Für das Jahr 2012 ergeben sich im Schnitt die folgenden Gesamtkosten je Kilowattstunde Strom:
  • Strom aus Windkraftanlagen: 8,1 Cent
  • Strom aus Wasserkraftwerken: 7,6 Cent
  • Strom aus Steinkohlekraftwerken: 14,8 Cent
  • Strom aus Atomkraftwerken: 16,4 bis 42,2 Cent
  • Strom aus Solarzellen (Fotovoltaik): 36,7 Cent


Die Nutzung der Sonnenenergie ist im Moment vor allem deswegen so teuer, weil die Anfangsinvestitionen sehr hoch sind. Fotovoltaikanlagen kosten viel Geld. Dennoch muss man sagen, dass die Subventionierung von Atomstrom, nach dessen Markteinführung, fast doppelt so hoch war, wie die der Sonnenenergie jetzt. Als die Produktion von Atomstrom noch in den Kinderschuhen steckte, investierte der Staat circa 60 Cent in eine Kilowattstunde Atomstrom. Setzt man dies ins Verhältnis mit den Stromkosten der Sonnenenergie und berücksichtigt dabei, dass diese Technologie noch nicht lange genutzt wird, ist sie eindeutig die preiswertere Variante.

Verrückte Welt. Teurer wird's trotzdem alles.
Da bleibt unterm Strich nur, sich entweder damit abzufinden, oder regelmäßig einen Stromvergleich durchzuführen und gegebenenfalls den Anbieter zu wechseln.

Geschnatter

1 Kommentar, selbst mitschnattern << < Seite 1/1 > >>
klabautermann, am 10.11.2012 um 05:43 Uhr
was kein vernünftiger Mensch mehr für möglich gehalten hat: Luft bleibt gleich!
Laut Umweltminister Altmaier soll Luft im Preis stabil bleiben. Dabei spielt es keine Rolle, wer wieviel Luft aufnimmt! "Luft ist ein allgemeines Gut, das auch durch gelegentliche Fürze, seien sie hirn- oder arschorientiert keinerlei Qualitätsmerkmalen unterliegen soll Luft muss für Jedermann verfügbar bleiben!"
Peer Steinbrück von der SPD hielt dagegen: "Luft ist der Bereich zwischen mir und den Wählern, der bis zur Bundestagswahl 2013 aufgefüllt werden muss! Deshalb muss Luft bezahlbar bleiben! Ich erwäge deshalb eine Luftsteuer!"
Jürgen Trittin von den Grünen ist der Ansicht: "Wenn Luft umsonst werden soll, dann muss sie heiß werden! Nur so liefert sie billigen Strom für alle!"