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Weniger Kinobesucher wegen Verbot von Megaupload

erschienen in der Kategorie Wissenschaft, am 27.11.2012
Schnatterente
Vor einigen Wochen schrieb ich einen kurzen Artikel, zu der Problematik, dass Raubkopierer offenbar mehr Geld für Musik ausgeben, als Leute, die nicht raubkopieren. Nun scheinen sich die Ergebnisse auch für die Filmindustrie zu bestätigen.

So berichtet die Süddeutsche Zeitung, dass die Filmumsätze seit dem Aus von Megaupload gesunken sind. Der Artikel beruht auf einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Copenhagen Business School, in der über einen Zeitraum von fünf Jahren die Vermarktung von 1344 Filmen in 49 Ländern beobachtet wurde. Blockbuster und größere Hollywoodproduktionen sind von dem Umsatzrückgang kaum betroffen, kleinere und unbekanntere Filme dafür aber massiv.

Die Forscher gehen davon aus, dass durch den Wegfall der Downloadportale auch eine Plattform für Mundpropaganda verloren geht. Viele kleinere Produktionen, die kaum Mittel für große Marketingkampagnen zur Verfügung haben, leben von dieser Form der kostenlosen und sich selbst steuernden Werbung. Der Schlag gegen die Filehoster scheint für Independent- und Low-Budget-Filme also eher Schaden als Nutzen zu sein.

Die Forschungsergebnisse der Studie untermauern somit die Theorie, dass "Filesharing als Mechanismus wirkt, der Informationen über eine Ware von Konsumenten mit niedriger Zahlungsbereitschaft an Konsumenten mit hoher Zahlungsbereitschaft weitergibt". Weiter heißt es in der Studie: "Der Effekt der Informationsweitergabe durch illegale Downloads scheint für Filme mit kleinerem Zielpublikum besonders wichtig zu sein."

Da die großen Hollywoodproduktionen nicht von dem Problem betroffen sind, wird wohl von deren Seite kaum mit einem Umdenken zu rechnen sein.

Geschnatter

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