Soll ich Softwareentwickler werden?
erschienen in der Kategorie Software, am 17.10.2026
Immer wieder fragen mich Leute, ob ich ihnen oder ihren Kindern empfehlen würde, Informatik zu studieren oder eine Ausbildung zum Fachinformatiker zu machen oder Fachhochschulkurse für Software-Entwicklung zu besuchen. Die Beantwortung dieser Frage wurde über die Jahre immer komplexer und hat inzwischen so viele Ebenen, dass es sich lohnt, mal einen Artikel dazu zu schreiben.
Ich selbst beschäftige mich seit fast 25 Jahren mit Web- und Softwareentwicklung. Es begann spielerisch und aus Interesse und Spaß an der Technik – damals oft noch ohne konkrete Ideen, was man denn eigentlich Sinnvolles programmieren könnte. Das änderte sich schnell und dann waren es meist viel zu viele Projektideen und viel zu wenig Zeit, sie umzusetzen.
Ausgehend von meinen persönlichen Interessen, hätte ich mir auch vorstellen können, irgendeine andere Ingenieursdisziplin zu studieren, zum Beispiel Maschinenbau. Das Problem dabei ist, dass man nicht mal eben die CNC-Fräse mit nach Hause nehmen kann. Einen Laptop kann man aber so ziemlich überall mit hinnehmen. Somit kann man sowohl seine Arbeit als auch seine privaten Softwareprojekte an jeden Ort und in jede Zeit verlagern, was einem sehr, sehr viel Flexibilität gibt.
Zudem braucht man für Softwareentwicklung in der Regel auch nicht mehr als einen Laptop. Verglichen mit der CNC-Fräse, ist das eine sehr überschaubare Investition – zumal man für die meisten Aufgaben nicht einmal ein besonders gutes Gerät braucht.
Und Material benötigt man auch keines. Wo nur digital gehobelt wird, fallen außerdem nur digitale Späne – als Softwareentwickler macht man also nicht mal Dreck.
Abschlüsse und Titel spielen eine weniger große Rolle als in anderen Branchen – Quereinsteiger und Schulabrecher, die sich aus Leidenschaft und persönlicher Motivation einarbeiten und ausreichend Praxiserfahrung sammeln, haben gute Chancen, in der IT Karriere zu machen.
Ich habe während des Studiums für meinen Finnisch-Sprachkurs einen Vokabeltrainer entwickelt und kostenlos verbreitet. Die Software wurde nicht nur von Lernenden, sondern auch von Bildungsträgern gut und dankbar angenommen und von zehntausenden Leuten benutzt.
Vor zehn Jahren habe ich gemeinsam mit meiner Frau eine recht umfangreiche Android App zur Verwaltungs von Handarbeitshobbys entwickelt. Diese erreichte (nur durch Hinweise in entsprechenden Foren und ohne jegliche bezahlte Werbung) bereits am ersten Wochenende über 5.000 Downloads. Nach drei Monaten waren es über 20.000 Downloads und Google verlieh uns (vollkommen unerwartet) einen Award für eine der besten neuen Apps des Jahres. Kurze Zeit später erhielten wir eine Anfrage von der Produktionsfirma der TV-Sendung "Die Höhle der Löwen", auf welche wir nicht eingegangen sind. Die App wurde bis heute auf mehreren hunderttausend Geräten installiert.
Vor 15 Jahren startete ich die Entwicklung meines eigenen Kurz-URL-Dienstes, weil es keinen Dienst gab, der im Hinblick auf Datenschutz- und IT-Sicherheitsaspekte guten Gewissens nutzbar gewesen wäre. Das Projekt ist mit seinem Fokus auf genau diese Bereiche enorm gewachsen und heute ist es die meistgenutzte im deutschen Sprachraum betriebene Kurz-URL-Infrastruktur.
All diese Projekte habe ich einfach im Alleingang gestartet und damit sehr viel Erfolg gehabt. Natürlich hat das Leben als One-Man-Show dann aber auch irgendwann seine Grenzen. Insbesondere die zuletzt genannten beiden Projekte wurden irgendwann zu umfangreich, um sie im Alleingang weiterzubetreiben, sodass ich sie in meine Firma überführt habe.
Und daran zeigt sich, dass es in der IT auch viel um die eigene Begeisterung geht. Wer finanziellen Erfolg als Hauptantrieb hat oder sich in seinem Leben bisher nicht allzu viel für Technik und Software interessiert hat und sich dann überlegt, Informatiker:in werden zu wollen, läuft Gefahr, in etwas reinzurennen, das einen auch unglücklich machen kann.
Tatsächlich sind die besten ITler, die ich kenne, allesamt Personen, die Technik lieben. Damit geht dann eine hohe Bereitschaft einher, sich immer wieder mit neuen Themen und Herausforderungen zu beschäftigen. Und das ist in diesem Berufsfeld vonnöten, um nicht den Anschluss zu verlieren und um überhaupt erst einmal richtig gut zu werden, in dem was man so tut.
Ich selbst beschäftige mich seit fast 25 Jahren mit Web- und Softwareentwicklung. Es begann spielerisch und aus Interesse und Spaß an der Technik – damals oft noch ohne konkrete Ideen, was man denn eigentlich Sinnvolles programmieren könnte. Das änderte sich schnell und dann waren es meist viel zu viele Projektideen und viel zu wenig Zeit, sie umzusetzen.
Grenzenlose Freiheit
Für mich ist der wohl schöne Aspekt am Leben als Softwareentwickler, dass man eine fast grenzenlose Freiheit hat.Ausgehend von meinen persönlichen Interessen, hätte ich mir auch vorstellen können, irgendeine andere Ingenieursdisziplin zu studieren, zum Beispiel Maschinenbau. Das Problem dabei ist, dass man nicht mal eben die CNC-Fräse mit nach Hause nehmen kann. Einen Laptop kann man aber so ziemlich überall mit hinnehmen. Somit kann man sowohl seine Arbeit als auch seine privaten Softwareprojekte an jeden Ort und in jede Zeit verlagern, was einem sehr, sehr viel Flexibilität gibt.
Zudem braucht man für Softwareentwicklung in der Regel auch nicht mehr als einen Laptop. Verglichen mit der CNC-Fräse, ist das eine sehr überschaubare Investition – zumal man für die meisten Aufgaben nicht einmal ein besonders gutes Gerät braucht.
Und Material benötigt man auch keines. Wo nur digital gehobelt wird, fallen außerdem nur digitale Späne – als Softwareentwickler macht man also nicht mal Dreck.
Chancengleichheit
Ein weiterer Pluspunkt an Jobs in der IT ist, dass sie sich meiner Ansicht nach sehr von anderen Berufsfeldern unterscheidet. Hier setzen sich vergleichsweise oft Personen und Lösungen aufgrund ihrer Qualität und Genialität durch.Abschlüsse und Titel spielen eine weniger große Rolle als in anderen Branchen – Quereinsteiger und Schulabrecher, die sich aus Leidenschaft und persönlicher Motivation einarbeiten und ausreichend Praxiserfahrung sammeln, haben gute Chancen, in der IT Karriere zu machen.
(Maximaler) Erfolg mit minmalen Ressourcen
Bei Softwareprojekten ist das auch so. Natürlich kann man auch hier seine Produkte mit Geld und Marketing an die Frau oder den Mann bringen. Aber auch als einzelner kleiner Softwareentwickler ohne jegliches Werbebudget hat man vergleichsweise gute Chancen, seine Projekte bekannt und groß zu machen, denn erfahrungsgemäß setzen sich in der IT Lösungen durch, wenn sie einfach gut sind – egal, von wem sie kommen und wie sie vermarktet werden. Hier ein paar eigene Beispiele:Ich habe während des Studiums für meinen Finnisch-Sprachkurs einen Vokabeltrainer entwickelt und kostenlos verbreitet. Die Software wurde nicht nur von Lernenden, sondern auch von Bildungsträgern gut und dankbar angenommen und von zehntausenden Leuten benutzt.
Vor zehn Jahren habe ich gemeinsam mit meiner Frau eine recht umfangreiche Android App zur Verwaltungs von Handarbeitshobbys entwickelt. Diese erreichte (nur durch Hinweise in entsprechenden Foren und ohne jegliche bezahlte Werbung) bereits am ersten Wochenende über 5.000 Downloads. Nach drei Monaten waren es über 20.000 Downloads und Google verlieh uns (vollkommen unerwartet) einen Award für eine der besten neuen Apps des Jahres. Kurze Zeit später erhielten wir eine Anfrage von der Produktionsfirma der TV-Sendung "Die Höhle der Löwen", auf welche wir nicht eingegangen sind. Die App wurde bis heute auf mehreren hunderttausend Geräten installiert.
Vor 15 Jahren startete ich die Entwicklung meines eigenen Kurz-URL-Dienstes, weil es keinen Dienst gab, der im Hinblick auf Datenschutz- und IT-Sicherheitsaspekte guten Gewissens nutzbar gewesen wäre. Das Projekt ist mit seinem Fokus auf genau diese Bereiche enorm gewachsen und heute ist es die meistgenutzte im deutschen Sprachraum betriebene Kurz-URL-Infrastruktur.
All diese Projekte habe ich einfach im Alleingang gestartet und damit sehr viel Erfolg gehabt. Natürlich hat das Leben als One-Man-Show dann aber auch irgendwann seine Grenzen. Insbesondere die zuletzt genannten beiden Projekte wurden irgendwann zu umfangreich, um sie im Alleingang weiterzubetreiben, sodass ich sie in meine Firma überführt habe.
Passion required
Zur Wahrheit gehört aus meiner Sicht aber auch, dass es nicht immer so läuft. Nicht alles, was man sich überlegt und selbst für sinnvoll oder gut erachtet, wird von der Welt auch so dankbar angenommen. Viele weitere Projekte, die ich im Laufe der Zeit gestartet habe, habe ich irgendwann wieder beendet. Andere sind zwar erfolgreich geworden, aber nur, weil ich einen seeeeeeehr langen Atem hatte und einfach aus Eigenantrieb weitergemacht habe, obwohl es anfangs nur wenig Interesse daran gab.Und daran zeigt sich, dass es in der IT auch viel um die eigene Begeisterung geht. Wer finanziellen Erfolg als Hauptantrieb hat oder sich in seinem Leben bisher nicht allzu viel für Technik und Software interessiert hat und sich dann überlegt, Informatiker:in werden zu wollen, läuft Gefahr, in etwas reinzurennen, das einen auch unglücklich machen kann.
Tatsächlich sind die besten ITler, die ich kenne, allesamt Personen, die Technik lieben. Damit geht dann eine hohe Bereitschaft einher, sich immer wieder mit neuen Themen und Herausforderungen zu beschäftigen. Und das ist in diesem Berufsfeld vonnöten, um nicht den Anschluss zu verlieren und um überhaupt erst einmal richtig gut zu werden, in dem was man so tut.
Das Internet geht kaputt und die Bedingungen werden schwieriger.
Teamarbeit ist anstrengend
Passion
Geschnatter
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