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Windows Partitionierung: Systempartition verschieben

erschienen in der Kategorie Software, am 03.04.2018
Schnatterente
Vorgestern kam bei mir die Frage per Mail rein, ob ich einen Tipp für eine kostenlose Software hätte, mit der man unter Windows 7 bequem die Festplatte neu partitionieren kann. Nachdem ich erst kurz auf die windowseigenen Partitionierungsmöglichkeiten innerhalb der Verwaltungskonsole verwiesen hatte, stellte sich, heraus, dass Blogleser Markus doch ein etwas komplizierteres Problem hatte, welches sich mit Microsofts Boardmitteln nicht so einfach lösen ließ.

Auf Markus' Festplatte lagen folgende Partitionen:
[Windows Bootloader] [freier Speicher] [Recovery] [Windows] [Daten]

Der freie Speicher war fast fünf Gigabyte groß, die versteckte Recovery-Partition umfasste 10 Gigabyte, obwohl davon nur drei Gigabyte genutzt wurden. Markus hatte seinen Computer bereits mit dieser Partitionierung gekauft. Nun wurde aber der Speicher auf der Datenpartition knapp. Also wollte er die Recovery-Partition löschen, um den gesamten freien Speicher zur Vergrößerung der Datenpartition zu nutzen.

Partitionen verschieben und erweitern

Ein Blick auf die Partitionstabelle zeigt, dass dieses Problem tatsächlich nicht ganz trivial ist. Die versteckte Recovery-Partition, welche vom Notebookhersteller bereitgestellte Daten zur Neuinstallation von Windows enthält, zu löschen, ist nicht schwer. Zusammen mit dem ohnehin schon freien Speicher ergeben sich so fast 15 Gigabyte freier Raum, der der Datenpartition zugutekommen kann. Problematisch ist hierbei aber, dass der ungenutzte Speicherbereich vor der Windows-Partition liegt, während die Datenpartition am Ende des Speichers verortet ist.
Um die Datenpartition zu erweitern, muss der freie Speicher zuerst ihr direkter Nachbar werden und dies erfordert unweigerlich, dass die Systempartition samt Windowsinstallation nach vorn verschoben werden muss. Wer Windows-Betriebssysteme kennt, weiß, dass sie sensibel auf solche Eingriffe reagieren und dass es ein bisschen Fingerspitzengefühl braucht, wenn man erreichen möchte, dass der Computer auch nach der Neupartitionierung noch hochfährt.
Mein erster Tipp an Markus war daher, erst einmal ein Backup der kompletten Festplatte zu machen. Sicher ist sicher.

EaseUS Partition Master

Mein zweiter Tipp (und auch die Antwort auf die ursprüngliche Frage) war die Partitionsänderungen mit dem EaseUS Partition Master vorzunehmen. Das ist eine Freeware-Anwendung für Windows (kostenpflichtig für gewerbliche Nutzung), mit der ich in der Vergangenheit durchweg gute Erfahrungen gemacht habe, wenn es darum ging, Festplatten im laufenden Betrieb neu zu partitionieren. Das Partitionierungstool ist übersichtlich gestaltet und stellt einen größeren Funktionsumfang bereit, als die windowseigene Datenträgerverwaltung. Ich habe damit auch schön mehrfach Änderungen an Systempartitionen vorgenommen. Die EaseUS-Software setzt diese souverän um, wobei für einige Manipulationen an der Windows-Partition Neustarts erforderlich sind. Die eigentliche Neupartitionierung erfolgt dann während des Bootprozesses und kann, je nach Umfang der Änderungen, ein bisschen dauern, vor allem wenn viele Daten verschoben werden müssen.

Bei Markus hat es letzten Endes auch mit der EaseUS Freeware funktioniert. Wie oben beschrieben, hat er erst die Recovery-Partition gelöscht, dann die Windows-Partition verschoben und anschließend die Datenpartition vergrößert.
Danke, Markus.

Geschnatter

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