Gefällt dir dieser Artikel?

SEO: Die Sache mit der Suchmaschinenoptimierung

erschienen in der Kategorie Webdesign, am 01.02.2017
Schnatterente
Als Informatiker gibt es so Themen, die kommen immer wieder von allen Seiten auf einen zu, egal ob man will oder nicht. Das geht los bei "Hilf mir mal, mein Windows geht nicht. MUSS ein Virus sein!" und endet bei "Du, ich brauch dringend eine eigene Webseite".

Besonders die zuletztgenannte Aussage ist eine, bei der man sich sehr gut überlegen sollte, inwieweit man da weiterhelfen möchte. Klar, mit CMS-Systemen wie Wordpress, Joomla, Typo und Co. kann man zwar locker an einem Tag eine ganz schicke Webseite hochziehen, um deren Inhalte sich der Fragesteller dann via WYSIWYG-Editor selbst kümmern kann, doch in den meisten Fällen wird diese Webseite früher oder später wieder zum eigenen Problem. Nämlich dann, wenn sich nach ein paar Monaten herausstellt, dass auf der Seite, trotz toller Inhalte, quasi keine Besucher unterwegs sind.

Dann kommt sie wieder, die allgegenwärtige Frage nach der Suchmaschinenoptimierung. Und wenn man dann den Fehler macht, immer noch weiterhelfen zu wollen, dann hat man meist ein Riesenprojekt an der Backe. Und das Problem wird natürlich immer schlimmer. Schon allein dadurch, dass inzwischen halt gefühlt jeder eine oder gar mehrere Webseiten betreibt und der Konkurrenzkampf mit jeder neuen Seite größer wird.

Dieses ganze Thema ist so komplex geworden und über die letzten Jahre ausgeufert, dass es schon zig Stunden dauert, jemandem die absoluten Grundlagen zu erklären, die man als Webseitenbetreiber aber wissen sollte, um bei Google und Co. nicht gänzlich unterzugehen. Und gefühlt machen die Leute ja auch alles falsch, was man falsch machen kann. Ein Bekannter von mir arbeitet bei einer SEO-Agentur und kann davon ein Lied singen. Ich hatte mich letztens mit ihm darüber unterhalten, was so die häufigsten SEO-Fehler sind, die gemacht werden. Seine Top 5 war:
  • eine falsche Keyword-Auswahl
  • zu wenig Content
  • eine mangelnde interne Verlinkung
  • doppelte Seiteninhalte
  • suchmaschinenunfreundliche URLs

Bei der Liste muss man dann aber auch noch berücksichtigen, dass sich natürlich nur Personen an eine SEO-Agentur wenden, die das Thema schon halbwegs verstanden haben und sich deswegen Mühe geben. Aus meinen eigenen Beobachtungen heraus, würde ich folgende Liste erstellen:
  • auf jeder Seite die gleiche Meta-Description
  • mit viel zu großen Grafiken, viel Javascript, Flash und weiterem Gedöns überladene Webseiten mit langen Ladezeiten
  • ein Mangel an sinnvollem Content
  • so invalides HTML, dass selbst der Google Bot daran scheitert
  • Webseiten, die komplett auf JavaScript aufbauen und sich ohne gar nicht darstellen lassen

Zum Unvermögen der Webseitenbetreiber kommt dann auch noch hinzu, das Gegenmaßnahmen oft Monate brauchen, bis sie wirklich Wirkung zeigen und dass sich deren Messbarkeit seit dem Wegfall des öffentlich sichtbaren Page Ranks in Grenzen hält. Zwar gibt es diverse Sichtbarkeitsindizes anderer Anbieter, die sich mit der plötzlich entstandenen Marktlücke wohl eine goldene Nase verdienen, aber deren Ergebnisse sind wohl kaum so akkurat, wie es der einsehbare Page Rank war. Externe Anbieter können nur beobachten, was Google macht und versuchen das Verhalten zu interpretieren. Das ist einfach ein himmelweiter Unterschied zum vorherigen Zustand, bei dem es Google noch zugelassen hat, dass man dem Konzern zumindest ein kleines bisschen in die Karten gucken kann. Und wenn von Suchmaschinenoptimierung gesprochen wird, meinen ja auch eigentlich alle nur noch Google-Optimierung.
Blöderweise hält der Konzern in vielen Bereichen auch nicht viel SEO. Klar, die freuen sich, wenn sie Webseiten schnell und sauber crawlen können und sinnvolle Inhalte für ihren Index sammeln können, aber mehr eben auch nicht. Gegen gezielte Maßnahmen, die eigene Webseite nach oben zu pushen, geht der Suchmaschinenriese oft sogar mit Sanktionen vor.

Kurzum, das ganze Thema kann in gewisser Weise deprimierend sein und wer zu überengagiert an die Sache rangeht, wird am Ende sogar noch bestraft.
Ich bin deswegen dazu übergegangen, den Leuten zu empfehlen, sich entweder selbst zum Thema zu belesen (ein todsicherer Trick, um es loszuwerden, denn welcher Nicht-ITler hat schon die Muße und Zeit sich so ausgiebig mit dem Thema zu befassen), eine SEO-Agentur zu beauftragen (wobei ich da keinerlei Erfahrungswerte liefern kann) oder halt einfach mit dem Zustand zu leben und darauf zu hoffen, dass der eigene Content so gut ist, dass sich die Seite ganz von allein an die Spitze der Trefferliste mausert.

Geschnatter

0 Kommentare, selbst mitschnattern
Diesen Beitrag hat noch niemand kommentiert. Möchtest du den Anfang machen ?