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FDP plante Abbruch der Sondierungsverhandlungen

erschienen in der Kategorie Fundstücke, am 21.11.2017
Schnatterente
Die sonst so Social-Media-begabte FDP hat's vermasselt. Nachdem die Partei vorgestern scheinbar spontan die Sondierungsgespräche mit Union und Grünen abgebrochen hatte, verbreitete sie erstaunlich schnell ein Bild in den sozialen Netzwerken, auf dem "Lieber nicht reagieren als falsch." stand.

Viele Leute fragten sich daraufhin, ob es wirklich so plötzlich zum Abbruch der Sondierungsgespräche kam und ob dieses Verhalten wirklich den schwierigen Verhandlungen der letzten Stunden und Tage geschuldet war, oder ob die Partei diesen Schritt schon länger geplant und entsprechend vorbereitet hatte. Immerhin beteuerte Christian Lindner ja noch, er wäre aus Pflichtgefühl bis zum Ende der Gespräche bereit gewesen, Regierungsverantwortung zu übernehmen.

Eine Antwort auf diese Frage liefern die Freien Demokraten, wohl eher unabsichtlich, selbst:
Die FDP wusste scheinbar schon am 16.11., dass sie die Sondierungsgespräche abbrechen will.

Im Dateinamen der von der FDP über Google Plus veröffentlichten Grafik steckt "171116", also ein Hinweis darauf, dass die Grafik am 16. November 2017 erstellt wurde. Falls dem wirklich so ist, wusste die FDP also schon Mitte letzter Woche, dass sie die Sondierungsgespräche platzen lassen will.

Natürlich kann es auch sein, dass die Social-Media-Abteilung der Partei nur für alle Fälle gerüstet sein wollte … aber mal ehrlich, wie ernst nimmt jemand Sondierungsgespräche, der Tage vorher so eine Grafik vorbereitet?

Es ist einfach nur traurig, wenn politische Arbeit im Jahr 2017 bedeutet, dass einem die Wählerstimmen egal sind und man stattdessen lieber seine Image-Kampagne fortsetzt …

Geschnatter

8 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 1/2 > >>
Heinz, am 21.11.2017 um 18:25 Uhr
Ja, es ist traurig. Da faselt der Lindner am Sonntag Abend und Montag früh noch was davon, dass er aus "Pflichtbewusstsein" und "politischem Verantwortungsgefühl" bis zum Schluss bereit war, für Jamaika zu kämpfen und dann sieht man hinterher die bittere Realität.

Einfach nur zum Kopfschütteln.
Robert, am 21.11.2017 um 19:04 Uhr
Ich denke eher, dass sie für alle Eventualitäten etwas vorbereiten ließen. Das machen große Zeitungen vor einer Wahl z. B. ja auch. Da sind alle Artikel vor der Wahl für jeden möglichen Ausgang schon fertig.
Am Ende nimmt man einfach was zum Ausgang der Wahl passt. Das heißt ja aber nicht, dass die Zeitungen vorher wussten wie die Wahl ausgehen wird.
Heinz, am 21.11.2017 um 20:26 Uhr
@Robert: Das ist durchaus möglich, aber nicht allzu wahrscheinlich. Die Facebooktypen von Parteien sind meist nur ein, zwei Leute, das hat nicht das Ausmaß von Zeitungen. Wenn man sich eine Woche vorher schon solche Slogans ausdenkt, plant man schon irgendwie ...
tuxnix, am 21.11.2017 um 21:45 Uhr
Lieber keine FDP als
eine andere verlogene Partei.

"Ehrlich ganz spontan"
tuxflo, am 21.11.2017 um 23:44 Uhr
Wenn man der FDP Glauben schenken kann, war es genau so wie Robert es beschrieben hat: sie haben sich "vorbereitet" verschiedene Banner erstellt.
Siehe: https://twitter.com/fdp/status/932669493809205248

Ich frage mich jedoch warum, denn so "aufwändig" sind die Grafiken ja nun nicht, dass man sie nicht auch in 2 Minuten nach den Ergebnissen erstellen hätte können.
Heinz, am 22.11.2017 um 17:52 Uhr
Der FDP da Glauben zu schenken ist schwierig. Klar, die haben jetzt noch zwei alternative Grafiken gezeigt, mit Metadaten. Aber das beweist natürlich gar nichts. Die können sie auch einfach diese Woche erstellt haben und die Zeit am Rechner vorher zurückgedreht.
Zumal die Alternativgrafiken so komische Sprüche enthalten, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass sie das jemals publiziert hätten.

Und wie die Ente ja oben schon schrieb: "wie ernst nimmt jemand Sondierungsgespräche, der Tage vorher so eine Grafik vorbereitet?"
Anonym, am 05.12.2017 um 19:12 Uhr
Heute hat die FDP bekanntgegeben, dass sie nun doch wieder dabei wäre. Diese Partei ist einfach nur noch lächerlich.