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Adobe: Gebrauchte (Creative Suite) Lizenzen legal kaufen

erschienen in der Kategorie Software, am 31.12.2016
Schnatterente
Vor einigen Jahren hat sich der Softwarehersteller Adobe entschieden, die meisten seiner Programme nur noch als Software as a Service über die eigene Cloud zu vertreiben. Vielen Nutzern von Photoshop, InDesign, Illustrator, Premiere und Co. hat das gar nicht gefallen. Sie sind nicht bereit jeden Monat Geld für eine Software zu zahlen, die sie früher einfach kaufen und dann unbegrenzt lang benutzen konnten.

So hat die Umstellung von Adobes Verkaufskonzept erst dazu geführt, dass der Handel mit gebrauchten Software-Lizenzen nun richtig boomt. Bei eBay, Amazon und Co. findet man beispielsweise unzählige Creative Suite 6 Lizenzen zu Preisen zwischen 300 und 3.000 Euro. Viele dieser Angebote wirken schon auf den ersten Blick unseriös, als potenzieller Käufer fragt man sich, wie es sein kann, dass die Programme für solch unterschiedliche Preise verkauft werden.

Ich habe mich daher mal mit der Frage beschäftigt, ob und in welchem Rahmen es überhaupt legal ist, diese Programme zu kaufen und zu verkaufen. Wer also vorhat, sich ein gebrauchtes Adobe-Produkt anzuschaffen oder selbst eines zu veräußern, der ist hier genau richtig.

Gebrauchte Software-Lizenzen kaufen: die Rechtslage

Was die Rechtslage angeht, so kann man sagen, dass der Weiterverkauf gebrauchter Software (zumindest innerhalb der EU) legal ist. Dies hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) erst kürzlich bestätigt. Damit ist auch klargestellt, dass die AGBs einiger Hersteller, welche die Weitergabe von Softwarelizenzen generell untersagen, in den Ländern der Europäischen Union unrechtmäßig sind und keine Wirkung haben.
Jedoch hat der EuGH dabei auch die für einen legalen Weiterverkauf notwendigen Rahmenbedingungen festgelegt. Aus diesen geht unmissverständlich hervor, dass die Weitergabe von Software nur dann rechtmäßig ist, wenn die Lizenz samt der vom Hersteller ausgelieferten Originaldatenträger übergeben wird. Wer nur eine Sicherheitskopie der Installationsdaten weitergibt, weil die Original-CDs beispielsweise nicht mehr existieren, der muss sich für diesen Vorgang erst die Zustimmung des Rechteinhabers (also des Softwareherstellers) einholen.

Ich habe keine eindeutige Antwort auf die Frage gefunden, wie es sich bei Software verhält, die schon beim Kauf nur als Download vertrieben wird. Da es hier keine Datenträger gibt, an die man die Lizenz rechtlich binden kann, gehe ich aber davon aus, dass die Weitergabe solcher Programme ebenfalls nur mit der Zustimmung des Herstellers zulässig ist.

Betrachtet man nur die Rechtsprechung des EuGH, ohne einen Blick auf Adobes Richtlinien in Sachen Lizenzverkauf zu werfen, so folgt aus dieser, dass die meisten der auf den oben genannten Plattformen gehandelten Softwareprodukte als nicht rechtmäßige Kopien anzusehen sind. Härter formuliert könnte man auch von illegalen Raubkopien sprechen. Denn oft wird nur ein Lizenzcode per E-Mail versandt oder der Käufer bekommt eine selbst gebrannte DVD oder einen USB-Stick geliefert, aber nicht die originalen Datenträger und Lizenzunterlagen, die Adobe beim Verkauf ausgegeben hat.

Um weiter einzugrenzen, ob der Ankauf solcher Software dennoch legal stattfinden kann, muss man einen Blick auf Adobes Lizenzbestimmungen werfen. Und damit herzlich Willkommen in den unbegrenzten Weiten des Kleingedruckten! ;-)

Was Adobe von Lizenzverkäufen hält

Wer in der Vergangenheit (vor der Einführung der Cloud-Software-Produkte) Adobe-Programme gekauft hat, der musste die erhaltene Seriennummer bei der Software-Installation mit seiner Adobe-ID verknüpfen. Nur wer sich auf diese Weise online registriert hat, konnte Adobes Supportleistungen in Anspruch nehmen. Die meisten Nutzer haben dies folglich gemacht und somit weiß Adobe sehr genau, an wen welcher Produktschlüssel verkauft wurde.

Adobe erlaubt die Weitergabe von Lizenzen seit jeher. Jedoch akzeptiert die Firma den Weiterverkauf nur dann, wenn man sie im Zuge einer Lizenzübertragung über den Besitzerwechsel informiert. Wer eine Software ankauft und dies nicht macht, ist aus Adobes Sicht nicht der rechtmäßige Eigentümer der Software.

Adobe behält diese Praxis bei, auch wenn sie sich mit dem Urteil des EuGHs beißt. Wer einen Verkäufer findet, der die Software mit den Originaldatenträgern verkauft, der wird laut dem oben genannten Urteil auch zum rechtmäßigen Lizenzinhaber, wenn er Adobe nicht darüber informiert.
Jedoch sollte man sich da als Käufer nicht zu sehr auf sein Recht verlassen, denn wenn man Pech hat, sagt die gebraucht gekaufte Software bei der Installation, dass sie nicht aktiviert werden kann, weil die maximale Anzahl an möglichen Aktivierungen bereits erreicht wurde. Wie der Fehler zustande kommt, werde ich später noch erklären. In jedem Fall hat man als Käufer an diesem Punkt ein Problem. Das Geld ist weg und die meisten Händler sind vermutlich nicht so kulant, dass sie einem weiterhelfen. Und Adobe wird dies auch nicht machen, denn wenn man deren Support kontaktiert, fragt dieser zuerst nach der Adobe-ID, um über diese die jeweilige Software zu finden.
Hat man seine Adobe-ID parat und ist die Software sauber auf diese registriert, so kann der Aktivierungszähler einfach zurückgesetzt und die Software installiert werden. Ist die Software aber nicht auf die eigene Adobe-ID registriert oder hat man gar keine, so hat der Adobe Support keine Möglichkeit herauszufinden, woher man die Software bzw. die Seriennummer hat. Der Support wird folglich verweigert.

Hierzu ist anzumerken, dass es selbst im Hinblick auf das EuGH-Urteil verständlich ist, dass Adobe nach wie vor so vorgeht. Andernfalls könnte nämlich der Fall eintreten, dass ein Kunde seine Lizenz in der Vergangenheit legal (gemäß Adobes Lizenzübertragungsprozess) auf eine andere Person übertragen hat, ohne die Originaldatenträger weiterzugeben. Würde der frühere Lizenzinhaber seine CDs nun noch an eine dritte Person weitergeben, so könnte diese gegenüber Adobe angeben, der Lizenzinhaber zu sein. Plötzlich gäbe es also zwei Personen, die ein und dieselbe Lizenz legal besitzen.

Um solchen Ärger zu vermeiden, bleibt Adobe also bei dem alten Prozedere zur Lizenzübertragung und verweigert Kunden, die dieses nicht durchgeführt haben den Support. Folglich sollte man Adobe Software nur dann gebraucht kaufen, wenn man genau weiß, dass der Verkäufer der rechtmäßige Lizenzinhaber ist und er auch zusichert, die Lizenz auf die eigene Adobe-ID zu übertragen.

An dieser Stelle ein kleiner Tipp: Wenn man sich unsicher ist, kann man den Verkäufer auch vorab bitten, einem die Seriennummer zu sagen. Mit dieser kann man bei Adobe telefonisch nachfragen, ob es sich um eine legale Softwarelizenz handelt und ob sie auf den Verkäufer registriert ist. Zwar dürfen die Supportmitarbeiter keine Informationen über andere Kunden herausgeben, eine Bestätigung, dass es sich um eine legale und auf den genannten Verkäufer eingetragene Lizenz handelt, bekommt man auf diesem Wege aber schon.

Bevor ich erkläre, wie die Lizenzübertragung bei Adobe funktioniert, will ich noch ein paar Worte darüber verlieren, was für einen legalen Adobe-Software-Ankauf noch so alles zu beachten ist.

Ja, wir sind mit dem Thema noch längst nicht am Ende … ;-)

Der Kauf von Volumenlizenzen, Upgrade-Lizenzen und Education-Lizenzen

Als Nächstes steht auf der Liste der Hürden beim Lizenzkauf die Frage, welche Lizenztypen überhaupt übertragen werden dürfen. Adobe verkaufte in der Vergangenheit neben Einzellizenzen auch Education-Lizenzen, Upgrade-Lizenzen und Volumenlizenzen. Nicht alle darf man einfach veräußern.

Die Übertragung von Education-Lizenzen schließt Adobe generell aus. Die Lizenzen wurden zu besonders günstigen Konditionen an Lehrer, Schüler und Studenten verkauft. Zum Kauf war nur berechtigt, wer einen entsprechenden Nachweis erbringen konnte. Es leuchtet daher ein, dass Adobe nicht will, dass diese Lizenzen weitergegeben werden. Vom Ankauf einer Education-Lizenz kann ich daher nur abraten, Adobe wird sie nicht übertragen! Außerdem sind Education-Lizenzen nicht für den kommerziellen Einsatz vorgesehen (es sei denn, man hat sich später noch ein Versionsupgrade gekauft, dazu später mehr).

Volumenlizenzen können als Gesamtpaket weiterverkauft und auch übertragen werden. Hierum kümmert sich bei Adobe eine andere Abteilung, als die, die für die Einzelkunden zuständig ist. Unzulässig ist nach Adobes Auffassung der Verkauf einzelner Lizenzcodes aus einem Volumenlizenzvertrag. Auf eBay und Co. vertreiben sehr viele Anbieter solche Product-Keys. Diese können jedoch nicht durch Adobe übertragen werden. Es ist schlicht nicht vorgesehen, dass die einzelnen Seriennummern aus einem solchen Multilizenzvertrag auf verschiedene Adobe-IDs verteilt werden. Rechtlich beißt sich Adobes Vorgehen da mit einem umstrittenen früheren Urteil des BGH, aus welchem hervorgeht, dass Volumenlizenzen aufgespaltet werden dürfen. (Und das Urteil selbst beißt sich auch mit der oben angeführten, neueren Rechtsprechung des EuGH, denn mit den einzelnen Seriennummern des Volumenlizenzvertrages wird ja kein Datenträger verkauft.)

OEM-Lizenzen (zum Beispiel von beim Kauf eines PCs vorinstallierten Adobe-Programmen) sind ausschließlich in Deutschland übertragbar. In allen anderen Ländern lässt Adobe keine OEM-Lizenzübertragung zu.

Heikel ist auch der Ankauf von Upgrade-Lizenzen. Adobe überträgt diese nämlich nur, wenn sie gleichzeitig mit einer zum Upgrade passenden Vollversion übertragen werden. Dies gilt auch, wenn mehrere Upgrades durchgeführt wurden. Adobe stimmt der Übertragung nur zu, wenn ein vollständiger Upgradepfad von der Vollversion bis zum letzten Upgrade ersichtlich ist.
Es ist daher nicht möglich, sich bei einem Händler eine Creative Suite 5 und bei einem anderen Händler ein (bereits registriertes) Upgrade von CS5 auf CS6 zu kaufen. Denn das Upgrade allein lässt sich nicht übertragen. Auf dem Formular muss zwingend eine zum Upgrade passende Vollversion verzeichnet sein.
Der Kauf einer gebrauchten Upgrade-Lizenz ergibt also nur dann Sinn, wenn man sie gemeinsam mit der Grundsoftware erwirbt, für die sie früher gekauft wurde. Andernfalls kann man sie nicht übertragen.

Sowohl bei der Übertragung von Upgrade-Lizenzen als auch beim Weiterverkauf von Produktsuiten (wie der Creative Suite) werden immer alle enthaltenen Programme übertragen. Beispielsweise ist es daher auch nicht zulässig, nur das Programm Photoshop weiterzuverkaufen, weil man es nicht braucht und dann den Illustrator selbst weiterzunutzen. Was man als Paket gekauft hat, muss man auch als Paket weiterverkaufen.

Besonderheiten zu Adobe-Lizenzen und zur Lizenzübertragungen

Ich möchte noch auf ein paar Besonderheiten zu dem bereits Gesagten hinweisen:

Hat man die Studentenversion einer Creative Suite gekauft und diese später mittels Upgrade auf eine neuere Version aktualisiert, so ist die Software nach dem Upgrade keine Studentenversion mehr, sondern eine kommerziell einsetzbare Vollversion. Dies liegt daran, dass Adobe bei den Upgradelizenzen nicht zwischen normalen und Education-Versionen unterscheidet. Das ist schön für Personen, die sich während des Studiums eine Creative Suite gekauft haben und diese später kommerziell einsetzen möchten. Eine Übertragung der Lizenz ist aber dennoch nicht möglich, da die zum Upgrade gehörende Vollversion ja eine Education-Version ist.

Wie gerade erklärt, müssen bei der Weitergabe von Upgrades immer die Vollversionen mit übertragen werden. Hierbei gibt es aber ein "Schlupfloch". Niemand, der in der Vergangenheit eine Adobe Software gekauft hat, wurde gezwungen, diese auch beim Hersteller zu registrieren. Die Software war auch ohne Registrierung nutzbar, dafür blieb einem aber der Support verwehrt. Besitzt man eine solche, noch nicht registrierte Software oder ist in der Lage diese aufzutreiben, so ist es anschließend tatsächlich möglich, jemandem nur ein Software-Upgrade, ohne die zugehörige Vollversion, abzukaufen. Dazu gibt man im Lizenzübertragungsformular einfach die Seriennummer der bereits vorhandenen Vollversion mit an. Adobe geht dann davon aus, der Verkäufer wäre der rechtmäßige Eigentümer beider Lizenzen. Folglich ist der Upgradepfad vollständig und die Übertragung kann stattfinden. Es ist hierfür nicht notwendig, dass der Verkäufer die Vollversion erst in seinem Account registriert.

Theoretisch wäre es für Personen, die bereits eine ältere Software besitzen und nur ein Upgrade kaufen wollen, auch möglich, ihre Lizenz erst an den Upgrade-Verkäufer zu überschreiben, damit dieser hinterher beide Lizenzen zurückübertragen kann. Ich weiß allerdings nicht, wie tolerant Adobe auf solch trickreiche Manöver reagiert. Außerdem geht man dabei natürlich das Risiko ein, vom Anbieter um beide Lizenzen betrogen zu werden.

Den Jackpot hat man geknackt, wenn man einen Verkäufer gefunden hat, der eine Vollversion oder ein Upgrade anbietet, das noch nie bei Adobe registriert wurde (man kann das anhand der Seriennummer beim Support erfragen). Für so eine Software ist gar keine Lizenzübertragung notwendig, da Adobe ja gar nicht weiß, wem sie vorher gehörte.

Generell sei noch gesagt, dass Adobe, was die Übertragung von Upgrades angeht, recht kulant ist. Wie oben beschrieben, muss ein vollständiger Upgrade-Pfad erkennbar sein. Adobe geht dabei aber nicht so weit, anhand der Seriennummern zu überprüfen, ob das jeweilige Upgrade genau für die vorliegende Vollversion angeschafft wurde. Hauptsache, die Versionen passen irgendwie zusammen. Es ist dabei auch zulässig, eine MacOS-Vollversion (z.B. CS3) als Grundlage für ein CS6-Windows-Upgrade zu verwenden.

Dies begründet sich in der Tatsache, dass der Adobe Support sowohl Plattform- als auch Sprachänderungen zulässt – jedoch nur für aktuelle Softwareversionen und auch nur für den ersten Inhaber der Software! Außerdem muss die Software in der gleichen Handelsregion gekauft sein (denn der deutsche Adobe-Support hat beispielsweise keinen Zugriff auf asiatische Lizenzen).
Will man gern eine deutsche Creative Suite 6 Lizenz für Windows haben, so kann man also eine bisher nicht registrierte, englischsprachige Creative Suite 6 für Mac erwerben. Nach dem Kauf wendet man sich an den Adobe Support und lässt die Lizenz umschreiben. Der Vorgang kostet nichts, ist aber nur einmal je Produkt möglich. Außerdem sind jedem Kunden insgesamt nur fünf solcher Lizenzänderungen gestattet und OEM- sowie Education-Lizenzen sind von diesem Vorgang gänzlich ausgeschlossen. Nach einem solchem Umtausch der Software ist es nicht mehr möglich, diese weiterzuverkaufen.

Wie bereits angeführt, rate ich in jedem Fall dazu, die Seriennummern der Produkte vor dem Kauf von Adobe überprüfen zu lassen, um herauszufinden, ob diese bereits registriert sind und ob der Wiederverkäufer, falls dem so ist, auch der eingetragene Lizenzeigentümer ist. Hat man es mit einem Verkäufer zu tun, der sich weigert, die Seriennummern vorher bekannt zu geben, so sollte man sich von diesem schriftlich zusichern lassen, dass man vom Kauf zurücktreten kann, falls die Lizenzübertragung nicht klappt. Außerdem kann man solch einen Handelspartner bitten, einem wenigstens die ersten und die letzten vier Stellen der Seriennummer zu verraten. Anhand dieser Ziffern kann Adobe einem nämlich sagen, um was für eine Art von Lizenz (Mac, Windows, Education, …) es sich handelt. Somit kann man zumindest herausfinden, ob sich die Lizenz prinzipiell (ungeachtet der Eigentümerproblematik) zur Übertragung eignet.

Aktivierungsfehler und dubiose "2-PC-Lizenzen"

Wie oben bereits angeführt, kann es vorkommen, dass einem bei der Installation eines Adobe-Produktes gemeldet wird, dass die Aktivierung nicht möglich ist, da die Software schon mehrfach aktiviert wurde.

Hierzu sei gesagt, dass Adobes Einzellizenzen nur von einer Person genutzt werden dürfen. Es ist aber zulässig, sie auf zwei Computern zeitgleich zu installieren, beispielsweise zu Hause und auf der Arbeit. Will man die Software mehr als zwei Mal installieren, kann es zum besagten Fehler kommen.

Um dies zu vermeiden, sollte man, wenn man die Software auf einen anderen Computer umziehen möchte, vor der Deinstallation eine Deaktivierung der Lizenz durchführen. Hierzu navigiert man zum Menüpunkt Hilfe > Abmelden. Dies sperrt die Software auf dem alten Computer und sorgt dafür, dass eine erneute Aktivierung auf dem neuen Computer wieder möglich ist. Bei neueren Produktsuiten ist die Deaktivierung auch innerhalb des Deinstallationsprogrammes möglich.
Einige Verkäufer wissen dies aber nicht und verkaufen Adobe-Software, welche zuvor nicht deaktiviert und unter Umständen auch nicht deinstalliert wurde. Die Folge ist dann, dass der Käufer die Software nicht installieren kann. Wie oben schon ausgeführt, kann der Adobe Support die Aktivierung nur dann wieder ermöglichen, wenn die Software zuvor ordnungsgemäß auf die eigene Adobe-ID übertragen wurde.

Bezüglich der Einzellizenzen sei noch erwähnt, dass viele Händler explizit damit werben, dass man sie auf zwei Computern installieren kann. Im Produkttitel steht dann zum Beispiel "2-PC-Lizenz". Manche Käufer denken dann, es würde sich um eine besondere Lizenz handeln und sind bereit mehr Geld dafür auszugeben. Selbst Schuld muss man da sagen, denn jede Einzellizenz darf auf zwei Geräten installiert werden – auch solche, bei denen es der Verkäufer nicht explizit hingeschrieben hat.

Legaler Ankauf von Adobe-Software mit Lizenz-Übertragung

So, nachdem ich nun erklärt habe, was alles nicht erlaubt und nicht möglich ist, will ich aber auch noch aufzeigen, wie man zu einer legal erworbenen, sauber registrierten Adobe-Lizenz kommt.

Meine Empfehlung dazu ist, nach privaten Anbietern zu suchen, die eine Einzellizenz samt der Original-DVD verkaufen. Damit man schon mal was das EuGH-Urteil angeht auf der sicheren Seite.
Vor dem Kauf sollte man den Verkäufer fragen, ob er der rechtmäßige Inhaber des Programms ist, ob es auf seine Adobe-ID registriert ist und ob er zusichert, an der Lizenzübertragung mitzuwirken. Bietet der Verkäufer Upgrade-Lizenzen an, muss zudem darauf geachtet werden, dass man die dazugehörige Grundsoftware mitkauft.

Sind diese Sachen geklärt, so kann die eigentliche Lizenzübertragung stattfinden. Der Ablauf ist hier beschrieben, wobei die Informationen zum Teil nicht mehr up to date sind. Ich beschreibe im Folgenden, wie die Übertragung aktuell funktioniert (Stand 30.12.2016).

Sowohl der Käufer als auch der Verkäufer benötigen eine Adobe-ID. Diese kann man sich hier kostenlos anlegen. Zur Bearbeitung der Anfrage fordert Adobe, dass bei beiden Parteien aktuelle Adressdaten im Account hinterlegt sind. Diese werden nach dem Login unter "Kommunikation" > "Post" > "Bearbeiten" eingetragen. Dies ist sehr wichtig. Man sollte den Verkäufer daher fragen, ob er seine Adresse im Account eingetragen hat.
Um die Lizenz zu überschreiben, müssen Käufer und Verkäufer Adobes "Transfer of License"-Formular ausfüllen, das man hier findet. Die im Formular angegebene E-Mail-Adresse muss jeweils mit der Adobe-ID übereinstimmen. Sind die Formulare ausgefüllt, so muss man sie einscannen, denn Adobe will sie in digitaler Form haben. Zur Post muss man also nicht und eine Ausweiskopie muss man auch nicht mehr einreichen (früher wollte Adobe mal eine haben).
Als Nächstes wendet sich der Verkäufer der Lizenz via Chat an den Adobe Support. Über den telefonischen Support braucht man es gar nicht erst probieren, denn für die alten Programme wird dieser nicht mehr bereitgestellt (selbst wenn man durchkommt, wird man abgewiesen).
Den Chat-Support findet man hier, danach auf "Andere Produkte oder Dienste" > "Adobe-ID und Anmeldung" > "Wenden Sie sich an uns" klicken. Im Chatfenster gibt man ein, dass man eine Software übertragen will und dass man die Formulare schon vorbereitet hat. Der Adobe-Mitarbeiter am anderen Ende kümmert sich dann um alles Weitere und am Ende sollte die Software-Lizenz sauber übertragen sein. Wichtig ist hierbei, dass der aktuelle Lizenzinhaber den Vorgang einleitet. Dieser kann beide Formulare an Adobe übermitteln. Meldet sich der Käufer der Lizenz beim Support und gibt an beide Formulare vorliegen zu haben, verweigert Adobe die Lizenzübertragung mit dem Hinweis darauf, dass der Vorgang vom Lizenzeigentümer gestartet werden muss.
Es ist auch zulässig, dass sich beide Parteien nacheinander an den Support wenden und ihre Formulare einzeln einreichen. Hierbei muss die Partei, die den Vorgang als erste bei Adobe meldet, der anderen die Vorgangsnummer mitteilen. Außerdem muss man beachten, dass Adobe offene Supportanfragen nach fünf Tagen automatisch schließt, man darf sich also nicht zu viel Zeit lassen.

Am einfachsten ist es aber, der Verkäufer reicht beide Formulare ein. Dann dauert der Vorgang nur wenige Minuten und beide Parteien können sich freuen ein hoffentlich gutes Geschäft gemacht zu haben.

Schlusswort: So viel Stress für veraltete Software? Nimm doch einfach Open Source!

Ich hoffe, ich konnte in dem Artikel aufzeigen, wie viele Sachen es zu beachten gibt, wenn man legal eine gebrauchte Adobe-Software ankaufen möchte. Allein einen Verkäufer zu finden, der wirklich eine auf ihn registrierte Lizenz anbietet und der dann noch bereit ist diese sauber zu übertragen, ist unglaublich schwierig. Bei den allermeisten Software-Angeboten auf Amazon und eBay wird man da kein Glück haben, denn meist handelt es sich um Lizenzcodes, die gar nicht weiterverkauft werden dürfen. Wenn man sich nicht absolut sicher ist, sollte man daher vom Kauf absehen. Ansonsten läuft man Gefahr, dass das Geld weg und man dennoch nicht der rechtmäßige Inhaber des gewünschten Programmes ist.

Adobe ist, was den Weiterverkauf von Software angeht, übrigens sogar noch als halbwegs kulant einzustufen. Es gibt Unternehmen, die es einem noch viel schwerer machen.

Wer all diesen Stress vermeiden und das Geld sparen will, dem kann ich nur ans Herz legen, es mal mit Open-Source-Software zu versuchen. Diese kann man kostenlos aus dem Internet herunterladen und so oft kopieren, wie man es möchte. Gerade wer kein professioneller Designer ist, nutzt den Funktionsumfang von Photoshop, Illustrator und Co. in der Regel ohnehin nur zu zehn Prozent aus. Da lohnt es sich, ein bisschen Einarbeitungszeit zu investieren und sich in kostenlose Alternativen anzusehen, die diese Funktionen ebenfalls bereitstellen. Hier ist eine kleine Liste von Open-Source-Programmen, die ich vorbehaltlos empfehlen kann:
  • Gimp (Bildbearbeitungssoftware, Alternative zu Photoshop)
  • Inkscape (Vektorgrafik-Software, Alternative zu Illustrator)
  • Scribus (Layout-Programm, Alternative zu InDesign)
  • Darktable (Fotobearbeitungssoftware, Alternative zu Photoshop Lightroom)
  • Cinelerra, Kino, Openshot und PITIVI (Videobearbeitungstools, Alternativen zu Premiere)
  • Audacity (Audioeditor, Alternative zu Audition)


So, das wär es dann zur Übertragung von Software-Lizenzen aus dem Hause Adobe und zu möglichen Open-Source-Alternativen. Falls noch Fragen offengeblieben sind oder jemand noch gute Tipps für weitere Software-Alternativen hat, einfach kommentieren!

Alle im Artikel gemachten Angaben basieren auf meinen persönlichen
Erfahrungen und sind ohne jegliche Gewähr auf Richtigkeit zu verstehen.

Geschnatter

24 Kommentare, selbst mitschnattern << < Seite 3/4 > >>
Thomas, am 10.05.2017 um 22:51 Uhr
Super hilfreicher Beitrag. Tausend Dank dafür!
Lars, am 29.05.2017 um 14:34 Uhr
Danke für den ausfürlichen Artikel! Habe trotzdem Rückfrage zu diesem Part, Stichwort "Schlupfloch": "Dazu gibt man im Lizenzübertragungsformular einfach die Seriennummer der bereits vorhandenen Vollversion mit an."
"Bereits vorhandene" heisst Seriennummer meiner Vollversion oder derer vom Verkäufer?
Weiter schreibst Du: "Adobe geht dann davon aus, der Verkäufer wäre der rechtmäßige Eigentümer beider Lizenzen".
Dann darf der Verkäufer aber nicht mich im Lizenzübertragungsformular eintragen oder wie? Sondern er nur sich selber und ich tue in Zukunft so, als wäre ich der Verkäufer an seiner Zweitlizenz, oder wie? Sorry, das ich da noch nicht mitkomm.
Ich bin wohl ein Kandidat für das "Schlupfloch" da meine CS 5 und UPG 5.5 normal über Händler bezogen und m. E. nie registriert. Hab gestern gebraucht das UPG 6 erworben, einfach mal installiert. Erst Meldung "innerhalb v. 7 Tagne mit ID anmelden und registrieren". Habe vorerst ignoriert... bei Installation hieß es "Testversion" (???) Dann hab ich mich sogar eingeloggt... aber mir wurde des weiteren überhaupt kein Registrierungsvorgang angeboten u. unter registrierte Prodkte = nix.
Bei CD-Auswurf hieß es. "Sie können mit Programmen jetzt arbeiten".
Der Verkäufer meinte bei Support hieß es um alte Lizenzen wir sich eh nicht mehr geschert.. Glaubwürdig? Jetzt gard kann ich mit UPG 6 arbeiten. Frag mich obs so bleibt.
Fällt jemandem dazu etwas ein? Danke!
Anonym, am 30.05.2017 um 19:19 Uhr
@Lars:
Für eine saubere und legale Installation musst du das Upgrade inklusive aller dem Upgrade zugrunde liegenden Versionen (also die Vollversion und eventuelle zusätzliche Upgrades) in deiner AdobeID registrieren.
Nachfolgend kannst du die Software auf deinem Computer installieren, indem du die Seriennummer der Upgrade-Version eingibst.
Das Setup wird dich im Zuge dessen auch nach den Seriennummern der zugrundeliegenden Software-Versionen fragen und/oder dich darum bitten, dich mit deiner AdobeID einzuloggen.

Das sich der Support nicht mehr für die alten Versionen interessiert ist Blödsinn. Im Gegenteil, Adobe hat sehr viel mit Lizenzübertragungen zu tun (die es ja bei den Cloud-Varianten nicht mehr gibt) und passt sehr genau auf, dass alles rechtmäßig zugeht.

Und ein Kommentar den ich mir dazu nicht verkneifen kann: Selbst wenn es Adobe nicht mehr interessieren würde, wäre es ja trotzdem die Nutzung einer Raubkopie. Ich finde das Argument "die interessiert das nicht mehr" total daneben. Begeht man denn wissentlich Straftaten, wenn man sich sicher ist, dass sie nicht geahndet werden? Oder versucht man einfach ehrlich durchs Leben zu gehen … ?
Lars, am 31.05.2017 um 13:00 Uhr
Zum voran gegangenem Kommentar:
Niemand hatte die Absicht irgend etwas raubzukopieren!
Mein Verkäufer nutzt inszwischen die Cloud-Version, möchte aber vielleicht die vorhergende CS bis 5.5 behalten und sich nur vom UPG CS 6 trennen, weil ihm die alte CS bis 5.5 reicht!
Ich bin legaler Eigentümer einer CS 5.5. Warum soll es mir nicht möglich sein ein CS 6 Ubgrade ganz normal gebraucht zu kaufen – nichts anderes möchte ich! Das UPG gibts ja nun leider nicht mehr im Handel..
Und warum sieht es ganz so aus, als müsse der Käufer dann mir seine ganze CS (also auch die Basis) verkaufen? Bzw. hab ich immer noch nicht verstanden wie er sich seine CS bis 5.5 dann für sich bewahren kann..
Paul, am 02.06.2017 um 11:55 Uhr
Update:

Die telefonische Überprüfung von Seriennummern vor einem Gebraucht-Kauf wird nicht mehr angeboten.

Das wurde mir heute unter 069-500 718 55 (Adobe-Support-Hotline) mitgeteilt.
Anonym, am 02.06.2017 um 14:52 Uhr
@Lars: Sorry, kam vielleicht falsch an, mein Kommentar.
Bin etwas frustriert, weil ich selbst nach einer CS6 suche und es ganz sauber und legal machen will. Ist sehr schwierig umzusetzen und deswegen bin ich genervt von all diesen Leuten und Verkäufern, die irgendwelche Grauzonen nutzen und dann behaupten alles sei tuttifrutti.
Dani, am 05.09.2017 um 21:52 Uhr
Hi,

also hab mal ne Frage:
Ein Verkäufer auf ebay dem ich eine CS6 Vollversion gern abkaufen würde schreibt mir:

"Die Master collection ist eine Vollversion ohne jegliche Einschränkung diese Sie direkt von der Adobe Seite herunterladen.
Nach Bezahlung erhalten Sie von mir den direkt Downloadlink und den Lizenz Key.
Lizenz Key ist unbenutzt aus einer Volumenvertragsübernahme.
Sie erhalten nach Bezahlung die Software und den Lizenzcode Serial 24digit per Einschreiben. (keine DVD enthalten)"

Wenn es stimmt dass die Lizenz unbenutz ist bisher, dann wäre das ja recht problemlos oder? Da nix irgendwie übertragen werden muss von ihm auf mich.

Aber kann ich das irgendwie vorher überprüfen bevor ich ihm das Geld überweise? O.O

Hoffe es kann jemand weiterhelfen..